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Zentrale Einrichtung für Integration gefordert

Oberbürgermeisterkonferenz in Göttingen Zentrale Einrichtung für Integration gefordert

Mit der Flüchtlingssituation als zentrales Thema hat sich die niedersächsische Oberbürgermeisterkonferenz am Donnerstag und Freitag in Göttingen beschäftigt. Die Verwaltungschefs der großen Städte des Landes fordern vom Land den Aufbau einer neuen Organisation zur Integration von Flüchtlingen.

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Quelle: dpa

Göttingen. "So schnell wie möglich" solle eine ministeriumsübegreifende Organisation aufgebaut werden, sagte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) zum Abschluss der Konferenz. In dieser beim Land angesiedelten Organisation könnten die Aufgaben für eine Integration der geflüchteten Menschen gebündelt werden. Sie soll als zentrale Ansprechpartnerin für die Kommunen dienen. Wichtig sei, dass die Einrichtung "bereichsübergreifend" agiere und für alle Fragen der Integration zuständig sei. Eine zentrale, beim Land angesiedelte Einrichtung werde dazu beitragen, dass bei der Integration künftig "nicht mehr jeder alleine vor sich hinwerkeln muss", sagte Köhler als Gastgeber der Konferenz.

 

Bund soll sich stärker an Kosten für Flüchtlinge beteiligen

 

Eine weitere Forderung der Konferenz ist die stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes an den Kosten für die Flüchtlingsversorgung. Bislang, so Köhler, übernehme der Bund rund 27 Prozent, 73 Prozent trügen Länder und Kommunen. Nach Köhlers Angaben gibt die Stadt Göttingen jährlich knapp 18000 Euro pro Flüchtling aus.

 

Für Göttingen betonte Köhler, dass die Stadt trotz der momentan abnehmenden Zahl an Flüchtlingen, die nach Göttingen kommen, an den bislang geplanten neuen Unterkünften festhalte. "Wir sind verpflichtet, auch wenn es Geld kostet, lieber eine Reserve zu haben, als nicht zu wissen, wo und wie wir die Menschen unterbringen", sagte Köhler.

 

"Integrationsfahrplan" für Niedersachsen

 

Für Köhler ist die Unterbringung nur der Anfang einer langen Flüchtlingsintergration ist. Er geht davon aus, dass diese etwa eine Generation dauern werde. Weitere wichtige Bausteine für die Integration seien Sprachkurse, Schaffung von Kindergarten- und Schulplätzen. Hier müsse es eine landesweit geltenden "Integrationsfahrplan" geben, sagte Köhler.

 

Auch müssten neue Wohnungen enstehen. Köhler rechnet damit, dass etwa 40 Prozent der Flüchtlinge, die der Stadt zugewiesen werden, auch auf Dauer in der Stadt bleiben. Auch deshalb sei die Wohnraumbedarfsprognose aktualisiert worden. Im Vergleich zu der Analyse von 2013 kommt die neue Prognose zu dem Schluss, dass in Göttingen bis 2030 rund 4800 Wohnungen fehlen werden - rund 900 mehr, als in der Prognose von 2013 angenommen.

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