Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Städtisches Museum Göttingen sucht zwei Alabastervasen

Familie Hahn Städtisches Museum Göttingen sucht zwei Alabastervasen

„Arisiertes Kulturgut“: Das Städtische Museum sucht zwei Alabaster-Vasen, die ursprünglich dem jüdischen Unternehmer Max Raphael Hahn aus Göttingen gehörten. Hahn wurde nach Angaben der Stadtverwaltung 1938, als er sich in einer wirtschaftlichen Notlage befand, genötigt, sie dem Museum zu schenken.

Voriger Artikel
Sperrung im Autobahndreieck Drammetal am Donnerstag
Nächster Artikel
Steinplatten für Sockel-Denkmal am Bahnhof sind fertig und kommen Montag
Quelle: Städtisches Museum

Göttingen. 1942 habe das Museum bei einem „gewissen Hillebrecht“ die beiden Vasen gegen andere Objekte eingetauscht. Die Identität des Tauschpartners sei ebenso wenig bekannt wie der Verbleib der Vasen. Das Städtische Museum Göttingen will sie aber den Erben von Max Raphael Hahn und seiner Frau Gertrud als rechtmäßigen Eigentümern zurückzuerstatten. Museumschef Ernst Böhme: „Jeder Hinweis, der bei der Suche weiterhilft, ist wichtig.“ Wer dazu Hinweise hat, kann sich an das Städtische Museum unter der Göttinger Telefonnummer 0551 / 4002291 oder per E-Mail unter museum@goettingen.de wenden.

1942 habe das Museum bei einem „gewissen Hillebrecht“ die beiden Vasen gegen andere Objekte eingetauscht, so die Verwaltung. Die Identität des Tauschpartners sei ebenso wenig bekannt wie der Verbleib der Vasen. Das Städtische Museum will diese aber den Erben von Max Raphael Hahn und dessen Frau Gertrud als den rechtmäßigen Eigentümern zurückgeben.

„Im April 1938“, schildert Museumschef Ernst Böhme die Vorgeschichte, „schenkte der Göttinger Unternehmer Max Raphael Hahn dem Städtischen Museum Göttingen zwei Alabastervasen“ – allerdings nicht freiwillig. Es gebe ein Foto, das wahrscheinlich die beiden Vasen zeige.

„Max Raphael Hahn war mit seinem Bruder Nathan Hahn Besitzer der ,Rohhäute- und Fellgroßhandlung Raphael Hahn Söhne OHG‘ und der ,Gallus Schuhfabrik GmbH‘. Sie waren die mit Abstand vermögendsten und angesehensten Mitglieder der Göttinger jüdischen Gemeinde“, so Böhme.

Die Brüder und ihre Ehefrauen wurden nach der Reichspogromnacht im November 1938 in „Schutzhaft“ genommen. Die Kinder der Familien konnten ins Ausland emigrieren. Nathan Hahn und Ehefrau Betty zogen 1939 nach Hamburg, sein Bruder und dessen Frau folgten 1940. Nathan und Betty Hahn wurden im Juli 1942 nach Theresienstadt gebracht und 1943 in Auschwitz ermordet.

Max Raphael und Gertrud deportierte man im Winter 1941 nach Riga, wo sie im Jahr 1942 Opfer des Völkermordes wurden. „Obwohl es sich um Verkäufe und Schenkungen handelte“, sagt Böhme, sei offensichtlich, dass dies nicht freiwillig geschah, sondern „Folge der wachsenden wirtschaftlichen Notlage der Familie Hahn war“. Daher müssten die Vasen als „arisiertes Kulturgut“ betrachtet werden. Böhme: „Jeder Hinweis, der bei der Suche weiterhilft, ist wichtig.“

Hinweise an das Städtische Museum unter Telefon 05 51/4 00 22 91 oder per E-Mail an museum@goettingen.de.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis