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Stammgäste im „Vital Spa“ beschweren sich

Streit um Sauna-Sitten Stammgäste im „Vital Spa“ beschweren sich

In der Sauna des Hotels „Freizeit In“ in Göttingen hängt der Haussegen schief. Stammgäste beschweren sich über Hotelgäste aus dem Ausland, die unbekleidete Frauen angafften.

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Nackt oder bekleidet in die Sauna? Eine Frage der kulturellen Gepflogenheiten.

Quelle: Behrens

Groß Ellershausen. Außerdem nutzten ebendiese Gäste „ungeduscht und bekleidet die Saunen“, schrieb Saunagast Wolfgang Karsubke, Wortführer der ungehaltenen Stammgäste, an „Freizeit In“-Chef Olaf Feuerstein. Es seien „überwiegend männliche Badegäste im jüngeren bis mittleren Alter“, die bekleidet in der Vital-Spa-Sauna erschienen. Denen „bereite es offensichtlich großes Vergnügen, die weiblichen nackten Gäste zu begaffen“. Die Badehosen könnten „jedoch nicht immer die Erektionen verdecken.“

 
Anlass für Karsubkes Brief war das Januar-Faltblatt des Vital Spa, in dem sich Feuerstein für „Verständnis und Toleranz“ gegenüber „internationalen Gästen“ bedankt, die „ansonsten oft mit ganz anderen Spa-Gepflogenheiten“ lebten und Badebekleidung in der Sauna trügen, „weil kleidungsfreies Saunieren in vielen Ländern nicht üblich ist“. Dem entgegnete Karsubke, „wir sind nicht tolerant gegenüber den Saunabadegästen, die im textilfreien Bereich der Sauna bekleidet die Saunaeinrichtungen benutzen“.  

 
Freizeit-In-Chef Feuerstein bedauert die Auseinandersetzung mit seinen Stammgästen. Sein international ausgerichtetes Haus könne es sich jedoch nicht erlauben, mitteleuropäische und skandinavische Sauna-Gepflogenheiten rigoros durchzusetzen – nicht gegenüber Besuchern aus islamisch geprägten Ländern, aber auch nicht gegenüber Gästen aus dem angelsächsischen Raum. Daher gebe es in seiner Sauna auch kein klares Textilverbot, sondern nur eine deutliche Empfehlung zur Nackheit mit Verweis auf hiesige Sauna-Sitten. Außerdem würden Gäste, die Frauen dreist begafften, diskret, aber deutlich darauf hingewiesen, dass dies unerwünscht sei. Wiederholungstätern seien hier auch schon Hausverbote erteilt worden. Feuerstein: „Die Hälfte davon waren übrigens Deutsche.“ Andererseits werde er es nicht hinnehmen, dass eine Gruppe von Stammgästen in seiner Sauna eine neue Hausordnung einschließlich Textilverbot zu etablieren versuche.

 
Eine Hausordnung mit einer solchen Zielsetzung gilt beispielsweise für die Sauna im Badeparadies Eiswiese. Badekleidung sei grundsätzlich nicht erlaubt, erläutert Alexander Frey, Chef der Göttinger Sport und Freizeit GmbH. Wer mit kompletter Nackheit ein Problem habe, könne sich aber mit einem Badetuch verhüllen. Das Problem mit dem Anstieren unbekleideter Frauen oder gar sexueller Belästigung gebe es „ab und zu“ in der Badeparadies-Sauna, erklärt Frey. Dies werde „rigoros“ und „in der Regel“ unter Hinzuziehung der Polizei gelöst.

Offene Ablehnung

Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit Ausländern beschäftigt Freizeit-In-Chef Olaf Feuerstein derzeit: Seit gut einem halben Jahr häuften sich die Fälle, in denen sich deutsche Gäste von ausländischen Service-Kräften oder solchen mit ausländischem Hintergrund nicht bedienen lassen wollten. „Zurzeit“, sagt Feuerstein, „kommt das massiv vor.“ Den Hotel-Chef erschreckt, dass diese Ablehnung „ganz direkt und offen geäußert wird, und das beileibe nicht nur von bildungsfernen Schichten“. Feuerstein nennt das Beispiel einer in Deutschland geborenen Kellnerin, die wegen ihrer Religion ein Kopftuch trage. Diese „sehr gute“ Servicekraft erlebe diese Form offener Ablehnung immer wieder. Nach verschiedenen Vorkommnissen dieser Art nehme sein Hotel hier eine eindeutige Haltung ein, erläutert Feuerstein. Wenn sein ausländisches Personal nicht akzeptiert werde, sage er diesen Gästen, sie mögen doch bitte anderswo essen gehen. Ein derart ausländerfeindliches Verhalten „trifft meine Mitarbeiter. Das lasse ich nicht zu.“

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