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Minister Olaf Lies übergibt Förderbescheid

Start zum "Welcome Campus" Minister Olaf Lies übergibt Förderbescheid

Fachkräfte, Führungskräfte und Forscher für die Region zu gewinnen und sie zu halten, das ist das Ziel des „Welcome Centre für den Göttingen Campus und die Region Südniedersachsen". Das Land Niedersachsen fördert das Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Georg-August-Universität und der SüdniedersachsenStiftung mit 350000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

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In der Historischen Sternwarte Göttingen Olaf Lies (Niedersächsischer Wirtschaftsminister) überreicht den Zuwendungsbescheid über 350 000 Euro an (v. l.) Prof. Ulrike Beisiegel (Präsidentin Uni Göttingen) und Prof. Hiltraud Casper-Hehne (Vizepräsidentin Uni Göttingen).

Quelle: Mischke

Göttingen. Olaf Lies übergab am Donnerstag den Förderbescheid in der Historischen Sternwarte der Universität Göttingen. Der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SPD) lobte die "kluge Idee, auf diese Weise auf sich aufmerksam zu machen". Das Projekt dokumentiere den Zusammenhalt in der Region, über das Oberzentrum Göttingen hinaus - eine Entwicklung, die in den vergangenen Jahren gewachsen sei. Noch vor vier Jahren habe er beim Wirtschaftsempfang der Stadt Göttingen "ein bisschen Empörung" erfahren, als er über seinen Unternehmensbesuch bei Ottobock in Duderstadt zuvor berichtet habe.

Auch ländlichen Raum einbeziehen

Heute sei die Region stark, weil sie geschlossen und gemeinsam auftrete. Auch Klaus Hoffmann, Vorsitzender der SüdniedersachsenStiftung hob auf das Prinzip "Gemeinsam sind wir stark" ab: "Wir haben mit der Zeit gelernt, dass die Musik nicht nur im Oberzentrum spielt." Er appellierte an die Verantwortlichen, kleine und mittelständische Unternehmen auch den ländlichen Raum einzubeziehen sowie "nicht nur auf Führungskräfte zu schielen". Bedarf gebe es auch bei Fachkräften ohne universitären Abschluss.
Die Herausforderungen der Zukunft beständen in der Fachkräftesicherung, darin, Abwanderung zu verhindern und dem altersbedingten Rückgang entgegenzuwirken. Im Jahr 2040 würden 800 000 Menschen weniger im erwerbsfähigen Alter bei 360 000 Einwohnern weniger in Niedersachsen erwartet. Um bestehende Kräfte zu halten und neue zu gewinnen, sei es erforderlich, "ein bisschen selbstbewusster zu sein." "Was haben München und Bayern zu bieten, was wir in Niedersachsen nicht haben?", möge man sich häufiger fragen und die Attraktivität der Region nach außen tragen.

Verschmelzung und Weiterentwicklung

MIt dem  „Welcome Centre für den Göttingen Campus und die Region Südniedersachsen“, kurz „WeCoCampus&Region“, soll genau dies geschehen. Die Ziele des Projekts schilderte Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales der Universität und "Initiatorin und Motor des Projekts", wie Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel sie nannte. Es handelt sich dabei um eine Verschmelzung und Weiterentwicklung zweier erfolgreicher Einzelprojekte: Welcome Centre des Göttingen Campus und "geniusgöttingen". Die Georg-August-Universität hatte ihr Projekt 2008 während der Exzellenzinitiative aus der Taufe gehoben, 2010 erhielt sie dafür den Preis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Die Bilanz seither: Mehr als 1100 Wissenschaftler und deren Familien wurden betreut, rund 60 Dual-Career-Beratungen für Neuberufene vorgenommen - und die Universität hat großes Lob eingeheimst. Das Angebot "geniusgöttingen" des Fachkräftebündnisses besteht seit 2010 und richtet sich an große Unternehmen. Es ist ebenfalls ausgezeichnet worden, 2011 mit dem Deutschen Preis für Wirtschaftskommunikation für den "Guide Service", der Fach- und Führungskräften Orientierung in der Region bieten soll. Betreut wurden bis heute rund 250 Personen.

"Wir sind am Start"

Die Zusammenführung solle nun zur Transparenz beitragen und Synergien befördern, so Casper-Hehne, die am Beispiel von allein sechs existierenden Willkommensbroschüren in der Region deutlich machte, dass dort Nachholbedarf besteht. Außerdem seien Erforschung, Erprobung und Evaluierung der Angebote für die Region zum Auf- und Ausbau eines innovativen Angebots erforderlich. "Wir sind am Start", erklärte sie und verwies darauf, dass dank der Unterstützung der rund 40 Partner - allein Ottobockchef Hans Georg Näder hatte 750 000 Euro gespendet - bereits Stellen geschaffen werden konnten, um das Projekt in Gang zu setzen. In seiner Umsetzungsphase solle als "Zentrales Tor zur Region" eine "Welcome Lounge" im rechten Gebäudeflügel des Bahnhofs eingerichtet, dezentrale Anlaufstellen in allen Mittel- und Grundzentren eingerichtet werden.

Zu den Aufgaben seitens der Universität sollen Einreisevorbereitungen, Vermittlung von Sprachkursen und Aufnahmevereinbarung nach dem Aufenthaltsgesetz gehören. Der Part von "geniusgöttingen" bestehe darin, mit seinem "Guide-Service" erste Orientierung zu bieten und "Jobexpeditionen" und "Immigration Days" anzubieten. Gemeinsam sollen unter anderem eine persönliche Begrüßung der Kräfte und Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche für Partner gewährleistet werden. Auch bei der Wohnungs- und Haussuche, der Kinderbetreuung oder Kontoeröffnung, bei Fragen zur Versicherung und Behördengängen sollen neue Kräfte Hilfe erfahren.
Ein Schwerpunkt soll zudem auf digitalen Angeboten liegen. Unter anderem sei ein Info-Portal geplant, der Aufbau einer regionalen Stellenbörse und ein Online-Beratungsservice. Auch eine Verknüpfung mit dem Forum Wissen sei vorgesehen, so Casper-Hehne. "Der Plan ist, weitere Zielgruppen zu integrieren, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen", erklärte die Leiterin des Projekts, die sich große Ziele gesetzt hat: "Das Welcome Centre soll ein ein bundesweites Leuchtturmprojekt werden. "

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