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Statt Haft Spaziergang durch den Supermarkt

Bewährung Statt Haft Spaziergang durch den Supermarkt

Großen Beifall erwarb sich Ende Juli das Amtsgericht Münden, als es zwei Georgier ohne Bewährung für neun Monate hinter Gitter schickte. Nur eine Woche zuvor waren die beiden Bewohner des Grenzdurchgangslagers in Friedland in ein Wohnhaus in Hedemünden eingebrochen und hatten unter anderem Schmuck, Uhren, einen Laptop und eine Kamera erbeutet. Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd waren sie festgenommen worden.

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Seit Monaten von georgischen Dieben heimgesucht: der Edeka-Markt neben dem Grenzdurchgangslager.

Quelle: Hinzmann

Friedland / Göttingen. Die Freude war groß auch bei der Belegschaft des Edeka-Marktes in Friedland: Mitarbeiter hatten einen der Verurteilten als den 28-jährigen Georgier identifiziert, der im Sommer drei Angestellte angespuckt hatte, damit sich seine Kumpels im dadurch hervorgerufenen Durcheinander Taschen und Tüten vollstopfen und türmen konnten.

Doch die Freude über das schnelle Urteil des Amtsgerichts währte nicht lange: Am Donnerstag vergangener Woche spazierte der 28-Jährige angebliche Gefängnisinsasse munter durch den Edeka-Markt – trotz Hausverbots. Des Rätsels Lösung: Das Landgericht Göttingen hat das Mündener Urteil in Teilen kassiert.

Landgerichtssprecher Michael Kalde bestätigt die Abänderung des Mündener Urteilsspruches. Nicht nur der 28-Jährige, auch sein 33-jähriger Mittäter hätten sich in der Haft gut geführt. Außerdem seien zwei Monate genug. Und: Die beiden Georgier – die nach Tageblatt-Informationen kurz nach ihrer Einreise auf Einbruchs- und Diebestour gingen – seien bisher in Deutschland strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Die neunmonatige Haftstrafe habe das Landgericht daher zwar beibehalten, aber nunmehr zur Bewährung ausgesetzt.

Bei den traditionell den Lagerbewohnern eher wohlgesonnenen Friedländer Bürgern kommt die Entwicklung gar nicht gut an: Als „bedrohlich“ empfindet eine Geschäftsfrau die Situation in ihrer Gemeinde. Bürger, die vorher zu ihrer Kritik an den Zuständen offen standen, wollen nun ihren Namen im Zusammenhang mit dem Georgier-Problem nicht mehr in der Zeitung lesen. Und Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU), in Asylsachen gemeinhin als Scharfmacher angesehen, muss sich mit dem großflächig verteilten Beschwerdeschreiben einer Friedländer Bürgerin auseinandersetzen, in dem dem Minister Untätigkeit und Ignoranz unzumutbarer Zustände vorgeworfen wird.

Unterdessen geht die Auswertung der Razzia der vergangenen Woche im Lager Friedland weiter. Noch Anfang Oktober war die Göttinger Polizei nur von Diebstahl für den Eigenbedarf, nicht aber von organisierter Kriminalität ausgegangen. Bei der Razzia in der Nacht zum vergangenen Freitag war jedoch säckeweise Diebesgut sichergestellt worden, zum Teil bereits zum Versand postfertig verpackt.

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Straftaten durch Georgier

Am Donnerstag vor einer Woche hat der Rat Friedland Maßnahmen gegen das Problem zunehmender Ladendiebstähle durch georgische Asylbewerber aus dem Grenzdurchgangslager (GDL) beschlossen.

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