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Staupevirus bei Füchsen und Waschbären in der Region Göttingen nachgewiesen

Hochansteckende Tierkrankheit Staupevirus bei Füchsen und Waschbären in der Region Göttingen nachgewiesen

Der Staupevirus geht in der Region um. Was bei Füchsen begonnen hat, setzt sich bei Waschbären fort und ist auch auf Hunde übertragbar.

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Waschbären übertragen den gefährlichen Virus.

Quelle: Heller

Göttingen. Staupe ist eine hoch ansteckende Erkrankung bei Fleischfressern wie Fuchs, Wolf, Marder, Stinktier, Kleinbär und Seehund. Sie ist mit dem Rinderpestvirus und dem Masernvirus des Menschen verwandt, aber „im Gegensatz zu Tollwut eine für den Menschen ungefährliche Krankheit“, sagt Dr. Tanja Barke vom Veterinäramt des Landkreises Göttingen.

In der Region habe es zunächst im Göttinger Raum bei Füchsen nachgewiesen werden können, sagt Bernd Sieslack, Leiter des Veterinär- und Verbraucherschutzamts für den Landkreis und die Stadt Göttingen. Zur Zeit treten die Fälle eher im Raum Hann.Münden und auch bei Waschbären auf. Die erkrankten Tiere könnten sich nicht mehr richtig bewegen, sagt Sieslack. Das Virus befällt das Nervensystem. Unter anderem auch Margen-Darm und Atemwege. Wenn die Beschreibung der Symptome auf das Krankheitsbild passe, veranlasst Sieslack zur Zeit „keine Untersuchung mehr“.

Das Virus verbreitet sich über direkten Kontakt und Tröpfchen von Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot sowie Urin infizierter Stücke. Je nach Bedingungen kann der Erreger bis zu einigen Tagen in der Außenwelt überleben. In den betroffen Gebieten sollten Hunde an der Leine gehalten werden, empfiehlt Kreisjägermeister Alfred Ballhausen. Nicht nur von Wildtieren, sondern auch „von Röhren, in denen sich unter anderem Waschbären aufhalten“, sollten Halter ihre Hunde fernhalten.

Wenn eine höhere Anzahl an Waschbären an Staupe erkrankt, müsse das nicht unbedingt auf eine ausufernden Epidemie hinauslaufen, meint Ballhausen. Es kann sein, dass die Population der Tiere zugenommen habe und somit auch die Ansteckungswahrscheinlichkeit. Außerdem sei die Krankheit kein neues Phänomen. Einen guten Schutz gegen das Virus bietet Hunden eine Impfung.

Uwe Zinke wurde vor rund drei Monaten zu einem Staupefall zum Kiessee gerufen. „Der Waschbär wollte aufstehen, konnte das aber leider nicht mehr“, sagt der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Göttingen. Außerdem hätte das Tier glasige Augen und etwas Schaum vor dem Mund. Er habe versucht die Hunde von dem Waschbären fernzuhalten. Wer erkrankte Tiere findet, sollte Abstand halten und den Tierschutzverein, eine Naturschutz- oder Jagdbehörde oder den zuständigen Jagdpächter verständigen.

Von Friedrich Schmidt

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