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CDU sieht „politisches Personalsüppchen“

VHS-Chef CDU sieht „politisches Personalsüppchen“

Nach der Abberufung des Geschäftsführers der VHS Göttingen Osterode, Thomas Eberwien, am Montagabend durch den Aufsichtsrat begrüßt der SPD-Stadtverband die Entscheidung. Die Abberufung sei »unaufschiebbar«, sagte der Stadtverbandsvorsitzende Christoph Lehmann in einer Stellungnahme.

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Quelle: SPF

Göttingen. „In einem kommunalen Unternehmen ist ein Geschäftsführer untragbar, der seine Mitarbeiter so behandelt, wie der bisherige Geschäftsführer eingeräumt hat“, sagte Lehmann. Jenseits einer strafrechtlichen Würdigung der Vorgänge sei es nicht hinnehmbar, wenn ein Geschäftsführer eine ordnungsgemäße Buchführung hintertreibt, indem er Belege nicht vorlege. „Wir erwarten, dass die Ergebnisse der angekündigten vertiefenden Prüfung unverzüglich und transparent zu arbeitsgerichtlichen Konsequenzen führen“, sagte Lehmann.
 
Am Montag hatte der VHS-Aufsichtsrat Eberwien zum „Schutze und um Schäden von allen Beteiligten abzuwenden“ abberufen und Rüdiger Rohrig als Interimsgeschäftsführer bestellt. Der Betriebsrat der Volkshochschule Göttingen Osterode hatte Eberwien zuvor „erhebliche“ Unregelmäßigkeiten in den Abrechnungen von Auslagen vorgeworfen. Dabei soll er zum Teil private Ausgaben von mehr als 8500 Euro für Hotels, Flüge und Fahrtkosten, mit der Firmenkreditkarte der VHS beglichen haben. Die Göttinger Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den VHS-Geschäftsführer wegen des Verdachts der Untreue aufgenommen.
 
Auch die Gewerkschaft Verdi begrüßt die Entscheidung des VHS-Aufsichtsrates. Die Vorwürfe könnten nun „unabhängig und nachvollziehbar“ geprüft und das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abgewartet werden. Wertmüller kritisierte die Aufsichtsratsmitglieder, die die offenen Fragen weniger in den Vorwürfen gegen Eberwein sehen, sondern darin, dass diese nach außen gedrungen waren.  Nur so könnten etwa die Äußerungen von VHS-Aufsichtsratsmitglied und CDU-Kreistagsabgeordneten Harald Noack interpretiert werden.
 
Wertmüller stellt sich vor die Beschäftigten und den Betriebsrat der VHS Göttingen Osterode. Sie hätten sich „100 Prozent korrekt“ verhalten. Wer dennoch weiterhin auf die Beschäftigten zu zielen versuche, sei ein Teil des Problems und nicht ein Teil einer transparenten Aufklärung.
 
Die CDU/FDP-Ratsgruppe im Rat der Stadt Göttingen ist hingegen verärgert über „Zeitpunkt und die Art und Weise“, wie die Vorwürfe gegen Eberwien öffentlich gemacht worden sind. Durch die „vorschnelle Forderung“ von VHS-Aufsichtsratsmitglied und Ratsherr Tom Wedrins (SPD) nach fristloser Entlassung entstehe zudem der Verdacht, „dass hier unter Missachtung der Unschuldsvermutung ein politisches Personalsüppchen angerührt worden ist“, sagte der Gruppenvorsitzende Hans-Georg Scherer. Es hätte allen Beteiligten „besser angestanden“, alle Fakten zu prüfen und dann erst an die Öffentlichkeit zu gehen.“ Er plädierte für „ein Mindestmaß an Fairness“.
 
Die Bürgerinitiative „Für Osterode“ sieht sich indes in ihren schon früher geäußerten Bedenken gegen die Berufung Eberwiens zum Leiter der fusionierten VHS bestätigt. Die BI habe sich damals nach den Kündigungen der zweier langjährigen Osteroder KVHS-Mitarbeitern, die eine Fusion der beiden VHS Göttingen und Osterode kritisiert hatten, „mit der in einer Hinterzimmerentscheidung“ getroffenen Berufung Eberwien kritisch auseinander gesetzt, heißt es in einer Mitteilung der BI. Insbesondere habe sie darauf hingewiesen, dass an Eberwiens früherer Wirkungsstätte „massive Kritik“ am Führungsstil Eberwiens laut wurde. Die BI beruft sich auf einen Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

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