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Stellvertreter des angeklagten Aiman O. will wieder als Leberchirurg arbeiten

Rechtfertigt Skandal Versetzung? Stellvertreter des angeklagten Aiman O. will wieder als Leberchirurg arbeiten

Jetzt muss sich auch noch das Arbeitsgericht mit dem Göttinger Transplantations-Skandal befassen. Ein Oberarzt, Stellvertreter des wegen versuchten Totschlags angeklagten einstigen Leiters des Lebertransplantationsprogramms, Aiman O., will zurück in seine alte Aufgabe. Vor dem Arbeitsgericht klagt er gegen seine Zwangsversetzung.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hatte nach Aufdeckung der Manipulationen um die Vergabe von Spenderlebern im Frühjahr 2013 die gesamte Leberchirurgie umstrukturiert und den einstigen Stellvertreter O.s in die Allgemeinchirurgie versetzt. Keiner der zu Zeiten des Skandals tätigen Ärzte sollte in dem Programm verbleiben, um einen unbelasteten Neuanfang zu schaffen. So die Argumentation des Vorstandes. Hintergrund sei die entstandene Rufschädigung durch den Transplantationsskandal.

Doch das will der jetzt klagende Arzt nicht auf sich sitzen lassen. Er war wie sein leitender Kollege seinerzeit in Verdacht geraten, an den Manipulationen von Patientendaten, die einzelnen Lebererkrankten beschleunigt zu einer Spenderlebr durch Eurotransplant verhalfen, beteiligt zu sein. Der Verdacht bestätigte sich nach jahrelangen Ermittlungen nicht. Einzig der Leiter des Programms, der 47-jährige Aiman O., wurde angeklagt. Dieses Verfahren läuft noch.

Der Kläger will nun wieder als Chirurg und Operateur auf dem Gebiet der Lebertransplantationen eingesetzt werden. Dabei will die UMG ihrerseits die Lebertransplantationen ganz aufgeben. Sie vertritt die  Rechtsauffassung, der als Oberarzt angestellte Mediziner habe keinen Anspruch darauf, in einer bestimmten Klinik oder Abteilung eingesetzt oder gar in einer bestimmten Aufgabe betraut zu werden.

Die Umstrukturierung hält die UMG für gerechtfertigt, auch wenn es einen Nachweis für Beteiligung des Klägers an den Manipulationen nicht gebe. Das Arbeitsgericht verhandelt den Fall am 26. November.

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