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Mehr als 99 Luftballons

Warnstreiks in Göttingen Mehr als 99 Luftballons

Präsenz zeigen: Nach dem Verhandlungsstillstand in den Tarifgesprächen zwischen der IG Metall und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall rief die Gewerkschaft ihre Mitglieder aus Betrieben in Uslar, Hann. Münden und Göttingen zu einem Sternmarsch in Göttingen auf. 1600 beteiligten sich am Warnstreik.

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Abschlusskundgebung der IG Metall am Gänseliesel in Göttingen

Quelle: Grünewald

Göttingen.

Es ist bereits die zweite Warnstreikwelle, die diese Woche durch die Bundesrepublik schwappt. In Südniedersachsen beteiligten sich zuletzt rund 1800 Mitarbeiter aus Firmen in Einbeck und Osterode an den Aktionstagen, sagte Manfred Zaffke, erster Bevollmächtigter des IG Metall Bezirks Süd-Niedersachsen-Harz, auf der Kundgebung am Alten Rathaus in Göttingen. Hier nahmen rund 1600 Mitarbeiter am Warnstreik teil, etwa 1200 beteiligten sich am Sternmarsch vom Schützenplatz und die Weender Landstraße hinunter zum Gänseliesel, wo schließlich mehrere Hundert Menschen an der Kundgebung teilnahmen und ein Meer an roten Luftballons in Händen hielten.

Sie zeigten Präsenz, weil die Arbeitgeber nur ein „schändliches Angebot“ vorgelegt hätten, so Martina Manthey, Tarifsekretärin des IG Metall-Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die IG Metall-Forderung von fünf Prozent mehr Gehalt für zwölf Monate sei angesichts der starken Gewinnentwicklung der Branche nur fair.

Das versuchten auch Gewerkschaftsvertreter der Großunternehmen Sartorius, Bosch und Zeiss auf der Bühne am konkreten Beispiel deutlich zu machen. Uwe Bretthauer, Betriebsratsvorsitzender  der Sartorius Lab Products, verwies auf die Außenwahrnehmung, dass bei „Sartorius immer die Sonne scheint“: dank etwa 16 Prozent Umsatz- und 41 Prozent Gewinnsteigerung des Konzerns im vergangenen Jahr und guten Zukunftsaussichten.

Das sei einer guten Unternehmensstrategie zu verdanken, aber auch dem Umstand, dass inzwischen „gerne beim Gehalt gespart“ werde. So gelte etwa in der Sartorius Stedim Plastics GmbH nicht der Flächentarifvertrag, sondern ein eigener Haustarifvertrag, bei dem rund 30 Prozent weniger gezahlt werde als in den anderen drei Sartorius-Gesellschaften in Göttingen. Dabei „wäre es für Sartorius ein Leichtes, fünf Prozent mehr zu bezahlen“, so Brettschneider.

Der Aktionstag in Göttingen sowie in anderen Städten solle auch noch einmal sichtbar machen, wie viele Metaller bereit sind, für die Forderung auf die Straße zu gehen – denn am Donnerstag, 12. Mai soll mit den Arbeitgebern versucht werden, einen Pilotabschluss für Nordrhein-Westfalen zu erzielen, der dann Signalwirkung für die anderen Tarifbezirke haben soll.

Sollte das nicht gelingen, „können wir noch eine Schippe drauflegen“, machte Manthey deutlich. Dann würde die IG Metall in der Woche nach Pfingsten in bundesweit Hunderten Betrieben zu ganztätigen Warnstreiks aufrufen.

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