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Stichwahl mit Reuter und Theuvsen

Wahlen zum Landrat Stichwahl mit Reuter und Theuvsen

Es bleibt offen, wer Landrat des Landkreises Göttingen wird. Keiner der Bewerber konnte am Sonntag mindestens die Hälfte der gültigen Stimmen für sich buchen und damit direkt gewinnen. In zwei Wochen treten die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen erneut gegeneinander an: Bernhard Reuter (SPD) und Ludwig Theuvsen (CDU) .

Göttingen. Gegen 19.30 Uhr zeichnete sich bereits ab, dass es am Sonntag in 14 Tagen eine Stichwahl geben wird. SPD-Kandidat Reuter hatte zwar während der Auszählung von Beginn an geführt und hielt sich auch am späten Abend mit etwa 48,6 Prozent an der Spitze. Für einen Direktsieg hätten der 61-jährige amtierende Landrat oder ein Mitbewerber aber mindestens 50 Prozent erreichen müssen. Der 52-jährige Agrarökonom Theuvsen verbuchte nach den vorliegenden Ergebnissen gegen 22.10 Uhr einen Anteil von 34,1 Prozent. Weit abgeschlagen folgten die Mitbewerber: etwa 6,8 Prozent für Eckhard Fascher (Linke), knapp 4,4 Prozent für Felicitas Oldenburg (FDP) und 3,4 Prozent für Michael Täuber (ALFA). Der NPD-Kandidat Jens Wilke erreichte etwa 2,6 Prozent – das sind mehr als 3650 Stimmen.

„Darauf war ich eingestellt“, kommentierte Reuter sein Ergebnis und die bevorstehende Stichwahl. Er habe für sich 45 bis 48 Prozent prognostiziert. „Jetzt scheint es sogar ein bisschen darüber hinauszugehen und ich bin außerordentlich zufrieden damit“. Obwohl er im Gegensatz zur Wahl vor fünf Jahren jetzt fünf statt zwei Konkurrenten hatte, „habe ich über zehn Prozent draufgelegt“. Das zeige, dass seine Arbeit „sehr geschätzt wird“.

Er habe jetzt einen Vorsprung vor Theuvsen von gut 13 Prozent, „ich kann mir nicht vorstellen, dass das aufzuholen ist“. Auch Theuvsen ist mit seinem Wahlergebnis „auf jeden Fall zufrieden“. Er habe mit beiden Möglichkeiten gerechnet, mit der Stichwahl aber das gesteckte Ziel erreicht. Zumal er als Neuling im Politikgeschäft „gegen einen amtierenden Landrat und gegen eine rot-grüne Verabredung“ angetreten sei – „da ist das schon ein sehr gutes Ergebnis“. Die Grünen hatten auf eine eigene Kandidatur verzichtet und Reuter unterstützt.

Fascher hatte mit sechs Prozent gerechnet etwa 6,8 Prozent hat er erreicht: „Damit bin ich ziemlich zufrieden.“ Offenbar habe er im Vergleich zu früheren Wahlen Stimmen von Anhängern der Grünen und Piraten dazubekommen, so der Linke. Oldenburg freute sich „riesig“ über ihr „wirklich gutes“ Ergebnis von etwa 4,3 Prozent. Das zeige „dass wir als Team gut gearbeitet haben“, lobte sie ihre Mitstreiter. Auch der Alfa-Kandidat Täuber aus Bad Sachsa hat mit mehr als drei Prozent der Stimmen sein „Ziel erreicht“. Die Alfa habe sich erst im Januar formiert und wollte sich zunächst bekannt machen. Der hohe Prozentanteil für die NPD hat andere Landratskandidaten erschreckt.

„Mehr als ein Prozent hatte ich für die NPD nicht erwartet“, so Fascher. Schlaflose Nächte bereite ihm das NPD-Ergebnis zwar nicht, so Theuvsen, aber er hätte sich „gewünscht, dass es noch weniger Stimmen gewesen wären“. Für Reuter „zeigt es doch, dass es auch im Landkreis Göttingen ein Protest-Wahlpotenzial gibt“. Er warne aber davor, jeden Wähler Wilkes „gleich in die Nazi-Ecke zu stellen“ – da ist auch viel Protest dabei“. Ähnlich ordne er das Ergebnis des weitgehend unbekannten Bewerbers Täuber ein.iele „erschreckend“

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