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Stockleff-Mühle: Abriss oder Neubau?

Machbarkeitsstudie Stockleff-Mühle: Abriss oder Neubau?

Sanierung und Erweiterung oder Abriss und Neubau: Eine von der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft vorgelegte Machbarkeitsstudie zum Umbau und Erweiterung der Stockleff-Mühle sieht zwei Varianten für den weiteren Umgang mit dem Gebäude am Leinekanal vor.

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Quelle: Screenshot

Göttingen. Stadtbaurat Thomas Dienberg machte deutlich: "Wir brauchen auf alle Fälle eine Lösung für diese zentrale Stelle." Die Machbarkeitsstudie soll Grundlage für die nun beginnende Diskussion in den politische Gremien des Rates und in der Öffentlichkeit sein.

Michael Page, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft Klein aus Pfarrkirchen, hat die Studie vorgestellt.

  • 1. "Sanierung und Erweiterung"

Diese Variante sieht "bei voller Berücksichtigung des Denkmalschutzes" vor, so Page, möglichst viel von dem historischen Mühlengebäude zu erhalten. "Eine aufwändige Sanierung des Fachwerks" sei dabei nötig. Der erhaltenswerte, riesige Dachstuhl würde dabei vor Ort saniert und durch eine Stahlkonstruktion gestützt. Ein einstöckiger Erweiterungsbau aus Holz und Glas, der sich im Norden entlang der alten Mühlenmauer an das Gebäude anschließt, vergrößert die spätere Nutzfläche um 190 Quadratmeter, so dass zusammen 390 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die Kosten für diese Varianten beliefen sich brutto auf rund 2,96 Millionen Euro belaufen. Die Bauzeit würde rund 17 Monate betragen.

  • 2. "Erneuerung"

Bei dieser Variante, die, so Dienberg, keinesfalls mit dem Denkmalschutz kompatibel sei, bleiben nur die historische Mühlenmauer und die Westwand der Mühle entlang des Leinekanals stehen. Der Rest des Mühlengebäudes wird abgerissen. Ein einstöckiger Neubau mit einer "sehr offenen Fassade aus Holz und Glas" soll entstehen, auf dem im Süden der historische, dann sanierte Dachstuhl aufgesetzt werden soll. Dessen Giebelseiten, so Page, könnten, wie auch die Dachflächen, transparent gestaltet werden, so dass von außen die aufwändige Dachstuhlkonstruktion sichtbar wäre. Die Kosten für diese Varianten würden sich brutto auf rund 2,71 Millionen Euro belaufen. Hier gibt Page die Bauzeit mit 14 Monaten an.

Beide Varianten sehen eine etwa 40 Quadratmeter große Terrasse vor.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) nannte die Variante zwei als "sehr gelungen". Ähnlich habe sich der Aufsichtsrat der Städtischen Wohnungsbau geäußert. Christian Henze (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses, lobte die Idee des offenen Giebels. Horst Kromschröder vom Städtebaubeirat appellierte im Bauausschuss, "den Mut zur Erneuerung" zu haben.

Weiterhin sei eine gastronomische Nutzung des Gebäudes wünschenswert, sagte Claudia Leuner-Haverich, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbau. So könne der Platz belebt werden. Interessenten dafür gebe es. Die Variante zwei hält sie für die leichtere Lösung. Eine "wirtschaftliche Sanierung" sei aber bei beiden nicht gegeben. Sie räumte ein, dass die Stadt als Eigentümerin der Mühle, in der Vergangenheit "sehr schlecht" mit dem Gebäude umgegangen sei.

In der Nachbarschaft zur Mühle, in den beiden Neubauten am Robert-Gernhardt-Platz, ziehen demnächst neue Mieter in das Erdgeschoss des Nordgebäudes. "Die Räume sind inzwischen komplett vermietet", sagte Sven Klingelhöfer, Sprecher der Delta Bau AG aus Hannover. Noch nicht vermietet seien hingegen die freien Flächen im Südgebäude. Interessenten gebe es.

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