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Straßensozialarbeit der Göttinger Diakonie zieht an Tilsiter Straße

Förderverein kündigt Geförderten Straßensozialarbeit der Göttinger Diakonie zieht an Tilsiter Straße

Der Verein Förderer der Straßensozialarbeit Göttingen hat die Straßensozialarbeit rausgeschmissen. Dem Diakonieverband des Kirchenkreises, Träger der Straßensozialarbeit (Straso), ist gekündigt worden. Aus Eigenbedarf, heißt es beim Gekündigten.

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Links: Rosdorfer Weg 17: Hier wird der Förderverein künftig allein Kleiderkammer und Möbellager betreiben. Rechts: Tilsiter Straße 2A: Hier wird der Diakonieverband seinen Teil der Straßensozialarbeit künftig anbieten.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Er muss umziehen vom Rosdorfer Weg 17 zur Tilsiter Straße 2A. Allerdings: Die Klientel , also die Obdachlosen, profitieren davon. Vom 1. April an gibt es an zwei Orten unterschiedlich strukturierte Angebote.

Was putzig klingt – Förderer kündigt Geförderten – hat einen über zehn Jahre gewachsenen Ursprung, der sich zum Konflikt entwickelt hat. 2004 war der gemeinnützige Verein Förderer der Straßensozialarbeit gegründet worden und hatte von der Stadt Göttingen die Immobilie Rosdorfer Weg 17 gekauft. Die praktische Arbeit leistete der Kirchenkreis. Das sind Hilfsangebote für Menschen, die auf der Straße leben oder sehr wenig Geld haben: eine Teestube, eine Poststelle als Meldeanschrift für Obdachlose, Duschen und Waschgelegenheiten. Der Förderverein aber entwickelte weitere Angebote, vor allem solche, die helfen sollen, den Menschen wieder Tagesstrukturen zu geben. Eine Kleiderkammer, ein Hausrat- und Möbellager und ein Arbeitsbereich Transporte, der mit Hilfe der Klienten Dienstleistungen wie Umzüge und Haushaltsauflösungen bietet, entwickelten sich.

Schließlich warf der Förderverein dem Diakonieverband vor, sich aus Kostengründen nur noch auf das zu konzentrieren, was unabdingbar ist. Das ganze eskalierte im Sommer 2014. Die Straso gab auch die Geldverwaltung und -auszahlung für 120 Klienten auf, weil die nur noch zwei kirchlichen Mitarbeiter das nicht mehr schafften. Der Förderer-Verein übernahm das, aber die friedliche Kooperation aus zehn Jahren war dahin. Ja, es habe Meinungsverschiedenheiten gegeben, bestätigt auch Superintendent Friedrich Selter. Schließlich habe der Verein der Diakonie gekündigt.

Die zieht in diesen Tagen bereits um. Am 1. April wird in den Räumen  der ehemaligen Caritas-Sozialstation in der Tilsiter Straße auf  270 Quadratmetern neu eröffnet. Selter freut sich über das moderne Ambiente, in dem die Gäste empfangen werden. „Arm, aber nicht armselig“, zitiert Selter einen Kölner Kollegen. Und die Lage, ergänzt Pastor Thomas Harms, der Organisationsleiter, sei auch gut, weil das Sozialamt zu Fuß gut erreichbar sei. Die Nachbarschaft wurde schon informiert. Es habe Fragen, aber keine Abwehr gegeben. Geöffnet sei die Straso täglich von 8 bis 13 Uhr. 20 bis 40 Besucher täglich werden erwartet.

Und der Förderverein, so Elke Niemeyer-Friebe, werde seine Beschäftigungsprojekte wie Möbellager und Transporte am Rosdorfer Weg beibehalten. Neu vermietet wurden die frei werdenden Räume noch nicht – um der Straso die Chance zu geben, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken, sagt Niemeyer-Friebe.

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