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Streit um 80 Meter hohen Sendemast

NDR findet keinen Standort Streit um 80 Meter hohen Sendemast

Mit einem neuen, 80 Meter hohen Sendemast bei Hetjershausen will der NDR den DVB-T-Fernsehempfang in Göttingen und Umgebung verbessern. Doch gegen das Projekt richtet sich lokaler Widerstand.

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Der alte Sendemast bei Hetjershausen: Der neue soll fast doppelt so hoch sein.

Quelle: Christina Hinzmann

Viele Fernsehzuschauer in Göttingen und naher Umgebung, die ihre Bilder über das erdgebundene Sendesystem DVB-T und Zimmerantenne empfangen, kennen das Problem: Besonders bei schlechtem Wetter bleibt das Bild manchmal stehen oder fällt ganz aus. Der Grund: Das digitale Signal wird von einem Sendemast bei Moringen ausgestrahlt – zu weit entfernt für einen störungsfreien Empfang.

Diesem Problem will der Norddeutsche Rundfunk (NDR) jetzt abhelfen. Am südlichen Ortsende von Hetjershausen soll ein 80 Meter hoher Sendemast gebaut werden. An gleicher Stelle steht bereits ein 50 Meter hoher Sendemast, der früher analoge Fernsehsignale ausstrahlte und nach deren Abschaltung außer Betrieb ist.

Eigentlich sollte der Mast bereits Ende vergangenen Jahres in Betrieb gehen. Dazu kam es jedoch nicht. Zum einen steht dem der Protest von Anwohnern entgegen, zum anderen der Landschaftsschutz und laut NDR auch der legendäre Göttinger Feldhamster, der sich schon bei universitären Großbauten den Ruf eines Projektkillers erworben hat. Eine Gruppe von Anwohnern befürchtet eine Gefährdung durch Eisbildung und Strahlung, Windgeräusche und eine Beeinträchtigung des Ortsbildes, sagt Anwohner Uwe Roselieb. Außerdem bestreiten sie den Bedarf für den Mast, den der NDR ins Feld führt. Die Folge: Das Projekt kommt nicht voran, wie NDR-Sprecher Martin Gartzke bestätigt. 

Detlef Johannson, Sprecher der Stadt Göttingen, erläutert das baurechtliche Problem. Zu den angrenzenden Immobilien müsse ein Abstand von einer halben Höhe des Sendemastes eingehalten werden. Ein 80 Meter hoher Turm sei dafür zu hoch und könne daher nicht genehmigt werden. Einzige Möglichkeit: Der NDR einigt sich mit den betroffenen Grundstücksbesitzern. Danach aber sieht es derzeit nicht aus.

Problem Landschaftsschutz

Bleibt als Alternative nur ein anderer, sendetechnisch aber ähnlich geeigneter Standort. Das Problem hier: Das umliegende Areal ist als Landschaftsschutzgebiet eingestuft, gebaut werden darf dort nicht. Die bisher vorgeschlagenen Alternativstandorte, sagt NDR-Sprecher Gartzke, scheiterten an dieser Hürde.

Die allerdings will die Stadt nicht unüberwindbar hoch legen. Sollte es keine andere Möglichkeit geben, sagt Stadt-Sprecher Johannson, werde die Stadt über eine rechtlich zulässige Ausnahmeregelung nachdenken.

                                                                                                        Von Matthias Heinzel

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