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Streit um Erhöhung der Kita-Beiträge

Kita-Stadtelternrat bemängelt jährliche Anpassungen Streit um Erhöhung der Kita-Beiträge

Die monatlichen Kita-Beiträge sollen auch im nächsten Jahr turnusgemäß zum 1. August um drei Prozent erhöht werden. Damit werde den gestiegenen Personal- und Sachkosten Rechnung getragen, argumentiert die Göttinger Verwaltung. Der Kita-Stadtelternrat kritisiert die Pläne.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Göttingen. Je nach Staffelstufe, Art und Umfang der Betreuung bedeutet die Anhebung für Eltern eine Kostensteigerung von zwei bis zwölf Euro pro Monat (24 bis 144 Euro pro Jahr). Ein Ganztagsplatz in der Krippe würde demnach in der höchsten Stufe sechs 416 Euro pro Monat kosten (bislang 404). Ein Ganztagsplatz im Kindergarten schlüge in der Stufe fünf mit 274 Euro (266) zu Buche. Ein Hortplatz mit einer Nachmittagsbetreuung von bis zu vier Stunden würde in der Stufe vier 173 Euro (168) kosten.

Die geplanten Anpassungen gelten für die 13 Kindertagesstätten in Trägerschaft der Stadt Göttingen. Allerdings haben sich auch einige freie Träger dazu entschlossen, die städtische Entgeltordnung ebenfalls anzuwenden. Die dreiprozentige Erhöhung wird jedes Jahr vollzogen.

Der Kita-Stadtelternrat kritisiert diese Praxis: „Die jährliche Erhöhung der Elternbeiträge in Kitas und Kindertagespflege um drei Prozent halten wir für zu hoch angesetzt“, teilt der Vorstand auf Anfrage mit. Dies entspreche „längst nicht der jährlichen Einkommenssteigerung der Familien“. Die Erhöhungen zudem mit gestiegenen Personal- und Sachkosten zu begründen, „halten wir für unzureichend“. Außerdem kämen die Beitragserhöhungen nicht den Kitas und Tagespflegeeinrichtungen zugute, so der Vorstand des Kita-Stadtelternrats. Viele Eltern empfänden die Erhöhungen als ungerecht.

Dieser Kritik könne die Stadtverwaltung „ganz und gar nicht folgen“, sagt Pressesprecher Detlef Johannson. In Göttingen bestehe „seit vielen Jahren ein breiter politischer Konsens darüber, die Elternbeiträge regelmäßig, aber dafür nur geringfügig anzuheben. Dadurch soll vermieden werden, dass nach einer Phase, in der keine Anpassungen erfolgten, stärkere Steigerungen eintreten.“ Dies wäre insbesondere für Eltern ungerecht, die in der Zeit ohne Anpassungen noch keine Kinder in einer Kita hatten, so Johannson.

Die Personalkosten seien zudem in den vergangenen Jahren regelmäßig gestiegen. Unter anderem müssten für das kommende Jahr zehn zusätzliche Stellen für feste Vertretungskräfte geschaffen werden, was mehrere 100.000 Euro zusätzlich koste, so Johannson. „So viel ist sicher: Die Elternbeiträge, die die Stadt einnimmt, fließen ausschließlich den Einrichtungen zu, die ohne den erheblichen städtischen Nettoaufwand gar nicht arbeiten könnten.“

Mit dem Thema befasst sich am Donnerstag, 17. November, der Jugendhilfeausschuss des Rates der Stadt Göttingen. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr im Sitzungssaal 118 des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4. Die neue Ausschussvorsitzende Regina Meyer (Grüne) und Ausschussmitglied Klaus-Peter Hermann (SPD) konnten zu der geplanten Erhöhung keine Stellung beziehen. Sie wollten erst die Fraktionsberatungen dazu am Mittwochabend abwarten.

Die Stadt Göttingen hat Johannson zufolge allein für ihre 13 Kitas im kommenden Jahr einen Finanzaufwand von 10,3 Millionen Euro. Die Summe der Elternbeiträge nur in den städtischen Kitas macht 1,94 Millionen Euro aus. Etwa 80 Prozent der Kosten für die Kinderbetreuung in ihren Einrichtungen zahlt die Stadt also aus Mitteln ihres Gesamthaushalts. Die Beitragserhöhung betrifft unmittelbar rund zwei Drittel der Eltern, weil für etwa ein Drittel der Eltern die wirtschaftliche Jugendhilfe die Kita-Beiträge übernimmt, so Johannson. Die vorgeschlagene Erhöhung um drei Prozent (ab 1.8.) bringt der Stadt 2017 Mehreinnahmen von 23.000 Euro und 2018 von 56.000 Euro.

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