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Streit um Muna-Gelände bei Lenglern

Antrag auf Zulassung zur Berufung Streit um Muna-Gelände bei Lenglern

Der Rechtsstreit um die Bejagung der ehemaligen Munitionsanstalt (Muna) zwischen Lenglern und Bovenden geht in die nächste Runde. Nachdem die Klage des Eigentümers abgewiesen wurde, hat dieser nun Antrag auf Zulassung zur Berufung beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg eingereicht.

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Der Rechtsstreit um die Bejagung der ehemaligen Munitionsanstalt (Muna) zwischen Lenglern und Bovenden geht in die nächste Runde. Nachdem die Klage des Eigentümers im Dezember des vergangenen Jahres abgewiesen wurde, hat dieser nun Antrag auf Zulassung zur Berufung beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg eingereicht.

Quelle: dpa

Lenglern. Der Eigentümer des von der Bundeswehr verlassenen und vom Bund verkauften ehemaligen Militärgeländes wollte verhindern, dass auf seinem Gelände gejagt wird und somit der Jagdschutz für militärische Anlagen aufgehoben wird.

Das Deutsche Jagdgesetz hingegen sieht vor, dass es keine unbejagten Flecken in der Landschaft gibt. Der Eigentümer verklagte den Landkreis Göttingen, weil dieser das Gebiet an dem Jagdbezirk Harste zugeordnet hatte. Die Klagen wurden vom Verwaltungsgericht abgewiesen. Weder sei die Angliederung zu beanstanden (Aktenzeichen 2 A 396/12), noch sei es gerechtfertigt, die Grundstücke des Klägers in einen befriedeten Bezirk (2 A 56/14) umzuwandeln.

Der Eigentümer hat nun beim OVG einen Antrag auf Zulassung zur Berufung gestellt. Dies bestätigte Dieter Wenderoth, Sprecher des Verwaltungsgerichts Göttingen.  Wie die Pressesprecherin Andrea Blomenkamp vom Oberverwaltungsgericht mitteilte, sei das Verfahren (4 LA 302/14) noch anhängig. Über einen konkreten Entscheidungstermin könne  noch keine Aussage getroffen werden.

Derweil sind sich Landkreis Göttingen und Jäger nicht ganz einig, wie derzeit mit „Wildschwein und Rehwild-Paradies“ umgegangen wird. Ein Sprecher des Landkreises Göttingen gibt an, dass sich der Landkreis mit den Jägern vor Ort darauf geeinigt habe, solange das Verfahren läuft, in dem Gebiet der ehemaligen Muna nicht zu jagen. Er gehe davon aus, „dass die Absprachen auch eingehalten werden. Es wird dort nicht gejagt.“ Weiter möchte er, solange die Entscheidung des dem OVG noch ausstehe, nichts weiter dazu sagen.

Manfred Probst, Jäger der Jagdgenossenschaft Bovenden, gibt ganz andere Informationen. So könne das Wild ungehindert das Gelände verlassen, da das Gelände nicht vollständig eingezäunt, beziehungsweise der Zaun so stark beschädigt  sei, dass man von einer Einzäunung nicht mehr sprechen könne. Durch das  Schwarzwild entstehe den umliegenden Landwirten  viel Schaden, für den die Jäger dann wieder Ausgleich zu zahlen hätten.

Wenn sie die Wildschweine sich ungehindert vermehren lassen würden, würde dies zudem eine Gefährdung für den Verkehr auf den umliegende Landstraßen mit sich bringen.  Als Jäger würde er es also als seine Pflicht ansehen, solch eine Gefährdung zu vermeiden. Das sehen seine Kollegen wohl ähnlich. Deshalb gehe die Jägerschaft mit dem Gelände um, „als wenn es Landesforst ist“, es wird also bejagt.

Von Sebastian Wels

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