Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Streit um Wohnraum im Haus der Dransfelder Kirchengemeinde

Wohnung oder Kinderkrippe? Streit um Wohnraum im Haus der Dransfelder Kirchengemeinde

Vor fünf Jahren ist Ria Vahlbusch (52) mit ihrer Tochter in Dransfeld in ein Haus der Kirchengemeinde eingezogen. Nun muss sie nach einem Rechtsstreit ausziehen. Bis Ende Mai muss sie die Wohnung räumen.

Voriger Artikel
Sechs Oberweser-Bürgermeister treffen sich in Hann. Münden
Nächster Artikel
Windkraft sorgt für Ärger im Landkreis Göttingen

Ria Vahlbusch in ihrem Garten: Der Weg wurde nur mit Vlies abgedeckt.

Quelle: Lawrenz

Dransfeld. Bis 2012 habe es außer ihrer Wohnung im Haus noch eine zweite Mietwohnung gegeben, holt Vahlbusch in die Vergangenheit aus.

Doch der Mieter musste ausziehen. Die Krippe der Evangelischen Kindertagesstätte Pastorenberg zog dort ein. Damit die Krippenkinder in ihrem neuen Domizil schnell in den Gartenbereich kommen, den frühereren Garten des gekündigten Mieters, sollten sie durch Vahlbuschs Garten gehen.

Kurzerhand wurde mit dem Bau eines Weges durch Vahlbuschs gemietetes Gartengrundstück begonnen. Sie erwirkte eine einstweilige Verfügung und konnte die Arbeiten damit stoppen. Es folgte ein Rechtsstreit, der im Juli 2013 mit einem Vergleich zu Ende ging. Die Kirchengemeinde musste den Weg zurückbauen. Auch die Toilette im Keller des Hauses, die für die Kinder umgebaut worden war, musste wieder wie vorher hergestellt werden.

„Seitdem versuchen sie mich rauszumobben“, sagt Vahlbusch. In ihrer Wohnung müsse sie den Krippenlärm ertragen. Sie bemängelt die offene Haustür von 7.30 bis etwa 15 Uhr. Im Flur im Erdgeschoss spielten oft Kinder. Dort stünden Kinderwagen und Spielgeräte. Sie selbst dürfe dort nichts mehr abstellen.

Die neuen Wasseruhren seien nicht klar ausgezeichnet. Zudem fürchtet Vahlbusch, dass sie bei einem Hausbrand nicht schnell genug ins Freie kommt. Ein schwer zu öffnendes Treppengitter zum Schutz der Kinder versperre ihr den freien Fluchtweg.

Wegen der vielen Mängel für sie entschloss sich Vahlbusch zur Mietminderung. Die sei auch der Grund für die Räumungsklage. Wenn sich der Nachlass in der Summe auf zwei Monatsmieten belaufe, sei für den Vermieter die Kündigung möglich, hat Vahlbusch von ihrem Anwalt erfahren. Die erste Kündigung wurde im Februar 2014 ausgesprochen.

Vahlbuschs Anwalt reichte Widerspruch ein, nach weiteren Kündigungen mit Widerspruch erging vor drei Wochen das Urteil zur Räumung. Die Tochter (16) sei mitten im Realschulabschluss. Dass noch Krippenplätze in Dransfeld fehlten, sei vor kurzem erst Thema in der Zeitung gewesen. Vahlbusch vermutet, dass ihre Wohnung für Krippenkinder genutzt werden soll. Doch in Dransfeld gebe es auch keinen freien Wohnraum.

„Wenn man sich das Gesamtbild ansieht, hat es den Anschein, als sei die jetzige Situation von langer Hand geplant und ich bin das letzte noch störende Sandkörnchen, das es wegzufegen gilt“, vermutet Vahlbusch. Der Vorsitzende des Kirchenvorstands der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, Wilhelm Worbs, wollte gegenüber dem Tageblatt keine Stellung zu dem Vorgang beziehen.

Von Ute Lawrenz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen