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Streit um potentielle Studentenwohnungen in Göttingen

Ehemaliges Telekomgebäude Streit um potentielle Studentenwohnungen in Göttingen

Mehrere Investoren wollen in einem ehemaligen Telekomgebäude an der Hannoverschen Straße in Göttingen Studentenwohnungen einrichten. Die Stadtverwaltung aber sei nicht bereit, den Bebauungsplan schnellstmöglich zu ändern, beklagt der Makler, der das Objekt vermarktet.

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Das ehemalige Telekomgebäude an der Hannoverschen Straße in Göttingen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die Verwaltung dementiert, hält sie den Standort als Wohnbereich für Studenten allerdings auch für „nicht unproblematisch“.

 
Makler Gerhard Richter aus  Baddeckenstedt ist begeistert und irritiert zugleich: Im Auftrag der Deutschen Telekom soll er ihr altes Fernmeldeamt zwischen Hannoverscher Straße und Phillip-Reis-Straße  vermarkten. Durch seine Lage unweit der Zentraluni, der Norduni und den Kliniken sei das Objekt prädestiniert für Studentenwohnung. Davon seien auch „mindestens drei“ Interessenten überzeugt, die das 13600 Quadratmeter große Objekt (Mietfläche) kaufen und „für Millionen Euro“ umbauen wollten. Das Problem: Der  Bebauungsplan lässt nur Gewerbe zu, keine Wohnungen. Das hatte die Stadt mit einer Änderung vor sechs Jahren (2009) festgelegt. Auf seine Anfrage, ob der sogenannte B-Plan  zügig geändert werden könne, habe er eine deutliche Absage erhalten, sagt Richter und zitiert einen Mitarbeiter mit dem Satz: „Sie glauben doch nicht, dass wir den Plan jetzt schon wieder ändern – höchstens in ein paar Jahren vielleicht.“ „Das kann ich bei der massiven Wohnungsnot unter Studenten in Göttingen nicht nachvollziehen“, sagt Richter.  

 
So ein Satz sei allerdings sicher „nicht gefallen“, kontert Verwaltungssprecher Detlef Johannson und fügt an: „Wir haben aber auch nicht erklärt: ‚Ja, klar, wir machen uns sofort an die Änderung‘.“ Die Verwaltung habe nur darauf hingewiesen, dass die zuständige Abteilung  zurzeit stark ausgelastet sei. Ein Vorhaben wie dieses vorzuziehen bedeute,  ein anderes zurückzustellen.

 
Hinzu komme, dass die Verwaltung den Bereich des ehemaligen Fernmeldeamtes nicht unbedingt als „prädestiniert“ für studentisches Wohnen einstufen würde. Vor allem durch den massiven Verkehr auf der Hannoverschen Landstraße gelte er als „sehr verlärmt“. Schon für die mögliche Büronutzung würden  Lärm-Grenzwerte erreicht.  Wohnungen wären nur mit aufwändigen Lärmschutzmaßnahmen möglich. Dann müssten aber auch die  Folgen wie zusätzlichen Verkehrsaufkommen für das Umfeld berücksichtigt werden.

 
Bisher sei der Stadt noch kein konkretes Konzept vorgelegt worden. Sie sei aber „stets bereit, mit Interessenten über neue Zielsetzungen zu diskutieren“, so Johannson. 

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