Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Strenge Sicherheitsvorkehrungen und Totenstille

Prozessauftakt Strenge Sicherheitsvorkehrungen und Totenstille

Aufrecht, fast machohaft, obwohl in Fesseln vorgeführt, betritt Elvir B. den Gerichtssaal – sofort herrscht Totenstille, Minuten lang, fast erdrückend. Selbst die Kameraleute diesseits und acht Wachtmeister jenseits der Anklagebank machen kein Geräusch.

Voriger Artikel
Verwaltung legt vor, Grüne fühlen sich provoziert
Nächster Artikel
Neue Sporthalle heißt jetzt Sparkassen-Arena

Schwer bewacht: Elvir B. wird in Handfesseln vorgeführt.

Quelle: EF

Eine gespenstische Stimmung liegt über dem Prozess, der gestern, am Mittwoch, 27. Oktober, vor der Jugendkammer des Landgerichts begonnen hat. Handverlesen die Zuhörerschaft; jeder unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen genau durchsucht.

Einzig die Anklage wurde gestern verlesen: Versuchter Mord in zwei Fällen wird dem 22 Jahre alten Serben Elvir B. vorgeworfen. Aus niederen Beweggründen und zur Verdeckung einer Straftat soll er am 6. Juni 2009 in deren Wohnung seine frühere Lebensgefährtin mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben. Heimtückisch gar soll er dabei dem erwachten fünfjährigen Sohn der Frau, der ein Telefon gesucht habe, um die Polizei anzurufen, von hinten das Messer in den Rücken gerammt haben. Das Rückenmark wurde vollständig durchtrennt; das Kind bleibt für immer gelähmt.

Ob sich der Angeklagte zur Tat bekennen wird, wird sich am 9. November beim nächsten Prozesstag zeigen. Minutenlang fixierten nach Ende des Prozesstages die Zuhörer den Angeklagten – wie eine stumme Wand des Vorwurfs.

Von Jürgen Gückel

Mit Rücksicht auf die Privatsphäre der Opfer hat sich die Redaktion des Göttinger Tageblattes entschieden, die Kommentarfunktion zu deaktivieren.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Versuchter Mord

Im Prozess gegen den 22-jährigen Elvir B. wegen versuchten Mordes ist gestern die Öffentlichkeit für den Rest des Verfahrens ausgeschlossen worden. Durch eine öffentliche Hauptverhandlung, begründete das Gericht diesen Beschluss, drohe dem zur Tatzeit noch Heranwachsenden „in einem besonderen Maße eine Bloßstellung, wodurch seine persönliche, soziale und berufliche Entwicklung negativ beeinflusst werden könne“.

mehr