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Streuobstwiesenmarkt an St. Jacobi in Göttingen

Saft pressen mitten in der Stadt Streuobstwiesenmarkt an St. Jacobi in Göttingen

„Ach, die machen da Apfelsaft.“ Neugierig schaut ein Passant nach, was da mitten in der Innenstadt vor der mittelalterlichen Jacobikirche passiert. Und er hat Recht: Bernd Gosch hat dort mit seinem modernen Most-Mobil Station gemacht. Immer wieder werden auf der einen Seite des Mobils die Äpfel hineingeschüttet und auf der anderen Seite Fünf-Liter-Boxen mit Saft abgefüllt.

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Spannend: Die Äpfel wandern an St. Jacobi in die Saftpresse.

Quelle: Heller

Göttingen. Das Most-Mobil ist im Rahmen des ersten Streuobstwiesenmarktes der evangelischen Jacobi-Kirchengemeinde gekommen.

Am Most-Mobil wird nicht nur das Obst der Jacobi-Streuobstwiese gepresst, auch Privatleute hatten die Möglichkeit, sich anzumelden und - je nach Menge - einen Teil des Erlöses zu spenden oder selbst Saft mitzunehmen. Aus Nikolausberg ist zum Beispiel Cord Dohrmann mit seinen Kinder Kylie, Tara und Tobias gekommen.

Die drei warten schon gespannt, um sich den Pressvorgang anzuschauen. Drei Zentner Äpfel aus dem eigenen Garten hat die Familie mitgebracht – erst aus dem Auto in den Bollerwagen geladen und dann zum Most-Mobil geschoben.

1,5 Tonnen Obst werden gepresst

1,5 Tonnen Obst werden an diesem Tag vor der Jacobikirche zu Saft verarbeitet. 400 Kilo stammen, gesammelt von Konfirmanden und Ehrenamtlichen, von der Streuobstwiese. Der Rest wurde zum Teil gespendet, zum Teil ist es das Obst der Privatleute. Der Erlös soll laut Pastor Harald Storz zur Hälfte an die Partnergemeinde in Tansania gehen und zur Hälfte für den geplanten Einbau eines Fahrstuhls in das Gemeindehaus verwendet werden.

Eine große Summe nicht zusammenkommen, doch für Storz ist auch etwas Anderes viel wichtiger: Der Markt sei eine wunderbare Aktion, um viele Menschen in eine Beziehung zur Jacobi-Streuobstwiese vor den Toren der Stadt zu bringen.

Seit knapp 20 Jahren nutzt die Kirchengemeinde die ein Hektar große Wiese, die auf auf einem kircheneigenen Grundstück am Sommerberg zwischen Knutbühren und Elliehausen liegt. An den 127 Bäumen wachsen zumeist Äpfel und Birnen, aber auch Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen und Quitten. Auch einen Walnussbaum gibt es.

Die Wiese, die von Kirchenvorstands-Mitglied Martin Linnert gepflegt wird, wurde in diesem Jahr bei einem BUND-Wettbewerb prämiert. Auf dem Markt gab es auch die Möglichkeit, Streuobstwiesen-Produkte wie Honig und Marmelade zu kaufen. Entstanden sei die Idee, eine Streuobstwiese zu betreiben, sicher auch aus der ökologischen Bewegung der 80er-Jahre heraus, meint Storz. Die Bewahrung der Schöpfung sei dabei ein Thema gewesen.

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