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Stricken, Kochen und Sägen

Praxisnahe Berufsschule Stricken, Kochen und Sägen

Sie hielten sich für unmusikalisch, aber haben das Spiel auf der Ukulele in wenigen Wochen gelernt. Sie glaubten zwei linke Hände zu haben, haben aber selbst eine Garderobe aus Holz getischlert. Oder sie haben ihre Angst überwunden und balancieren inzwischen leichtfüßig auf einem Seil. Drei Monate hatten sie dafür Zeit, alles mussten sie sich selbstständig erarbeiten und dann dokumentieren.

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Stricken statt Tango: Anna Franke präsentiert stolz ihren Schal.

Quelle: us

Gestern präsentierten die angehenden Sozialpädagogen im vierten Ausbildungsjahr an den Berufsbildenden Schulen III in Göttingen auf einer kleinen Messe, was sie gelernt haben. Ihre Aufgabenstellung: Sie sollten sich etwas beibringen, was ihnen „absolut fremd“ war, erklärt Lehrerin Beate Quaas.

Stolz zeigt Anna Franke ihren ersten selbst gestrickten Schal – im ersten Abschnitt noch etwas eng und stramm, dann mit zunehmend geraden und gleichmäßigen Maschen. Eigentlich wollte die angehende Erzieherin in der Projektphase Tango lernen. Aber ihr Lehrmeister sprang ab, und sie musste umdisponieren. Sie hat Bücher gelesen, Bekannte gefragt, dann „einfach losgelegt und probiert“. Jetzt sitzt sie am Tisch und zeigt den Messe-Gästen wie es geht – gelassen und professionell. „Es ist toll, einmal alles selbst und selbstständig zu machen“, sagt Franke. Bisher sei Stricken für sie „weit weg und kein Thema“ gewesen. Jetzt teilt sie ihre neue Leidenschaft mit etlichen Mitschülerinnen aus ihrer Klasse.

Die Auszubildenden sollten zunächst prüfen, was sie können und was sie darüber hinaus ausprobieren möchten, so Quaas. Handarbeit, Musik und Gebärdensprache gehörten zu den Top-Aktionen – vielleicht auch mit Blick auf ihre spätere berufliche Tätigkeit in einem Kindergarten oder Jugendzentrum. Viele suchten aber auch eine „echte Herausforderung“: das schnelle Spiel mit gestapelten Bechern, Parfümherstellung, Blindenschrift, Malen – oder asiatische Fischküche.

Eine Prise Mut und kein Fisch

„Mir fehlte bisher der rechte Mut, zu kochen“, erzählt der künftige Sozialpädagoge Marcello Bevilagua, „und Fisch mochte ich nie“. Dann hat er in der Projektphase Kochbücher studiert und viel experimentiert. Den Messegästen bot er gestern abschließend feines japanisches Gemüse aus dem Wok. Stilecht mit Schälchen und Stäbchen – aber ohne Fisch. „Den mag ich auch nach dieser Erfahrung nicht.“

us

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