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Studenten kritisieren neue Schnellbuslinie 5

"Am Studierendenbedarf vorbei“ Studenten kritisieren neue Schnellbuslinie 5

8.40 Uhr am Göttinger Bahnhof. Gerade vier Fahrgäste sitzen in der S5, der neuen Schnellbuslinie vom Bahnhof zum Nordbereich der Universität. Am Auditorium steigt noch ein Herr dazu. In gut zwölf Minuten saust die Gemeinschaft zum Universitätsgelände.

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Verbindet seit gestern Bahnhof und Uni Nord auf direktem Wege: Die neue Schnellbuslinie S5.

Quelle: Hinzmann

Studenten befinden sich nicht unter den Fahrgästen. Das mag daran liegen, dass die Vorlesungen erst in drei Wochen wieder beginnen. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) beklagte aber schon im Vorhinein, dass die neue Buslinie „am Studierendenbedarf vorbei“ führe. „Leider wurde der AStA nicht in die Planung der neuen Linie einbezogen“, beklagt die AStA-Vorsitzende Susanne Peter. „Bedauerlicherweise wurden bei der Planung dieser neuen Linie die Bedürfnisse der Studierenden nicht berücksichtigt.“ Regelmäßig pendelnde Studenten könnten die neue Expresslinie nicht sinnvoll nutzen um zu ihren Seminaren und Vorlesungen zu kommen.

Tatsächlich treffen die am häufigsten genutzten Regionalzüge (südlich aus Kassel, nördlich aus Hannover und aus Ottbergen) zwischen der 44. und 49. Minute jeder vollen Stunde ein. Knapp nach Abfahrt der Schnelllinie um 40. Wer den Bus eine halbe Stunde später, um zehn nach, nimmt, kommt zu spät in seine Veranstaltung die nach alter akademischer Sitte „cum tempore“, um viertel nach.

Der Sprecher der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) Manfred Mölder erläutert, dass die neue Schnelllinie 5 „nicht in erster Linie für Studenten gedacht“ sei. Die Stadt sei mit dem Auftrag an die Verkehrsbetriebe herangetreten, eine schnelle Verbindung zwischen Bahnhof und Norduni „für Universitäts-Mitarbeiter, die von auswärts kommen“ zu konzipieren.

Mölder wirbt um Verständnis: „Es ist nicht möglich, eine solche Verbindung auf alles abzustimmen.“ Maßgabe für die Konzeption sei ausschließlich das Göttinger Liniennetz. Hier richte es sich danach, wie die Umstiegsmöglichkeiten im eigenen Netz sind. Auf die Bahn könne man keine Rücksicht nehmen, zumal dort im Dezember wieder eine Fahrplanänderung anstehe. Darüber hinaus sei die Schnellbuslinie eine Ergänzung zur Linie 5. Die würde nun (in Kombination mit der S5) im Viertelstunden-Takt fahren. Der Schnellbus fährt zunächst probeweise vom 1. Oktober bis 1. April 2011. Erste Rückmeldungen, wie die neue Buslinie angenommen wird, sollen laut Mölder in zwei bis drei Wochen vorliegen.

Positive Rückmeldung gab es jetzt schon von dem Ideengeber: Die Universität habe generell Interesse an einer guten Anbindung des Nordbereiches, so Uni-Sprecher Bernd Ebeling. „Deshalb begrüßen wir auch die Schnellbuslinie sehr.“ Auch Ebeling weist darauf hin, dass sich die Buslinie ja noch im Probebetrieb befinde. Jetzt wolle man Erfahrungen sammeln, „dazu ist der Probebetrieb ja da“.

Von Lukas Breitenbach

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