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Studentenwerk Göttingen mahnt Mangel an Wohnraum an

Lange Warteliste für Wohnheime Studentenwerk Göttingen mahnt Mangel an Wohnraum an

Das Studentenwerk Göttingen hat aktuelle Zahlen zur studentischen Wohnsituation im aktuellen Wintersemester vorgelegt. Und es sieht eine Wohnungsknappheit. So stünden derzeit 2793 Studierende auf der Warteliste für einen der 4458 Wohnheimplätze in den 41 Wohnheimen des Studentenwerkes.

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Die Wohnungssuche gestaltet sich für Studierende oftmals problematisch.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. August seien 4506 Bewerbungen auf einen Wohnheimplatz eingegangen,  sagte Studentenwerkssprecherin Anett Reyer-Günther.

Davon hätten 857 Interessierte zum Wintersemester einen Wohnheimplatz bekommen, 1957 nicht. Die übrigen offenen 1292 Bewerbungen lägen für spätere Einzugswunschtermine zwischen 2016 und 2018 vor. 400 Bewerbungen seien zurückgezogen worden.

Im Vergleich zum Vorjahr sei bei der Anzahl neuer Bewerbungen um einen Wohnplatz eine Zunahme von 635 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum festzustellen. Als Grund für diese erhöhten Zahlen sei unter anderem die Möglichkeit des Online-Bewerbungsverfahrens, sagte Jens Vinnen, Leiter der Abteilung Studentisches Wohnen beim Studentenwerk.

Gemessen an den 29344 Studierenden im Sommersemester liege die Versorgungsquote mit Wohnheimplätzen bei rund 15 Prozent, sagte Reyer-Günther. Durch Aktionen wie „Zimmer frei? Studi herbei“ mit privaten Wohnungseigentümern oder „Wohnen für Hilfe“ mit der Freien Altenarbeit seien 21 Wohnungen vermittelt worden.

204 neue Wohnplätze bietet das Studentenwerk nach der Sanierung des Wohnheims Rosenbachweg 6/8 und des Neubaus Theodor-Heuss-Straße 13 an. In dem Neubau seien aus Einzelzimmern Zweier- und Dreier-Gruppen-Appartements entstanden. Die Zahl der Plätze sei von bislang 60 auf 96 angestiegen. Dem gegenüber steht durch Umstrukturierungen und Einzug einer Kinderkrippe aber auch ein Verlust von elf Wohnheimplätzen in den Häusern Kreuzbergring 46 und 48.

Das Studentenwerk Göttingen sehe sich angesichts steigender Studierendenzahlen in der Pflicht, nicht nur für Wohnplätze zu sorgen, sondern auch an der notwendigen Infrastruktur für behinderte und eingeschränkte Studierende und Studierende mit Kindern zu arbeiten, sagte Reyer-Günther.

Als „grundsätzlich problematisch“  sieht das Studentenwerk, „dass es in Niedersachsen seit dem Jahr 2000 keine Zuschüsse mehr für Projekte rund um das studentische Wohnen gibt“. Aktivitäten des Studentenwerks Göttingen, neuen Wohnraum für Studierende zu schaffen, erfolge derzeit aus eigenen Mitteln.

Zum Wintersemester keine Notunterkünfte geplant

 Zum kommenden Wintersemester wird es keine Notunterkunft für Studierende geben. Im vergangenen Jahr hatten Stadt und Studentenwerk noch gemeinsam die ehemalige Voigtschule als Unterkunft mit Feldbetten und Containerduschen bereitgestellt, außerdem hatte die studentische Wohnrauminitiative auf eigene Faust ein Zeltlager errichtet.

Die Stadt würde sämtliche Raumreserven und -kapazitäten für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigen, wie Stadtsprecher Detlef Johannson erklärt. Außerdem habe das letztjährige Angebot nur wenig Nachfrage gefunden. „Offenbar war der Bedarf an Notunterkünften letztlich doch niedriger als vermutet“, so Johannson.

Bei der Wohnrauminitiative sieht man die Situation kritischer. Es sei schade, dass die Universität sich vollends scheue, in der Wohnraumfrage Verantwortung zu übernehmen, so ein Sprecher der Initiative. „Für uns geht es nicht einerseits immer größere Studierendenkapazitäten einzurichten und zahlreiche Studierende nach Göttingen anzuwerben und auf der anderen Seite sich überhaupt nicht darum zu kümmern, wo diese wohnen können.“

Dem Studentenwerk fehle es in der Wohnraumfrage vor allem an einer Strategie, die über Notfallkonzepte hinausgehe. Ein Zeltlager wie im letzten Jahr wird die Wohnrauminitiative nicht auf die Beine stellen können. „Einen haben wir einige Kapazitäten in die Unterstützung unseres vom Studentenwerk angezeigten Freundes stecken müssen, die so jetzt für ein Zeltlager nicht mehr zur Verfügung stehen.

Zum Anderen können wir als ehrenamtliche Initiative ein solches Zeltlager nicht jedes Jahr stemmen“, erklärt der Sprecher. Für Notfälle hat das Studentenwerk einige Hotelzimmer geblockt. Wohnungslose Studierende können dort übergangsweise unterkommen.

Von Benjamin Köster

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