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Studierendenparlament-Wahlen Göttingen: Unklare Verhältnisse

ADF stärkste Kraft Studierendenparlament-Wahlen Göttingen: Unklare Verhältnisse

Ganz still ist es bei der Verkündung der Wahlergebnisse im Hörsaal 0.102 im Waldweg unter den Vertretern der Hochschulgruppen geworden. Als dann das Ergebnis der ADF (Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaften) bekannt gegeben wurde, brandete unter den anwesenden ADF-Mitgliedern Jubel auf.

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Spannung beim Auszählen der Stimmen: Schließlich setzt sich die ADF als stärkste Fraktion durch.

Quelle: Köster

Göttingen. Ein Jubel, der allerdings schnell wieder verstummte – die ADF wurde zwar erneut stärkste Kraft, zu einer Neuauflage der Koalition, die bislang den Allgemeinen Studierenden Ausschuss (Asta) stellte, wird es aber nicht reichen.

Der Koalitionspartner RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten) hatte zwar genau wie die ADF an Sitzen zugelegt. Aber ohne den dritten Partner, die Unabhängigen Mediziner, die nicht erneut antraten, verfehlten die beiden Gruppen die notwendige Mehrheit im Studierendenparlament denkbar knapp um einen Sitz.

Da es ebenfalls nicht für ein Bündnis der linken Hochschulgruppen reicht, steckt das Studierendenparlament in einer komplizierten Situation. Eine besondere Rolle könnte dabei die Liberale Hochschulgruppe (LHG) einnehmen. Die LHG verteidigte  ihr Mandat und könnte somit ADF und RCDS zur absoluten Mehrheit verhelfen.

„Zunächst einmal sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, erklärte Sören Kübeck, der auf Listenplatz 2 für die ADF kandidierte, nach der Wahl. „Wir konnten unser Ergebnis verbessern, sind weiterhin stärkste Kraft und haben somit ganz klar den Auftrag den Asta zu stellen.“ Mit Blick auf mögliche Koalitionen sagte Kübeck: „Die ADF ist keine politische Gruppe, demnach gibt es keine Wunschkoalition. Wir koalieren mit denen, die uns am meisten anbieten.“

Ganz so unpolitisch schätzen andere Gruppen die ADF aber nicht ein. „Eine Koalition mit der ADF ist für uns per Grundsatzbeschluss ausgeschlossen. Das gilt natürlich erst recht für alle Gruppen, die noch weiter rechts stehen“, erklärte Silke Hansmann, Spitzenkandidatin der Jungsozialisten. Für Jonas Neef, der mit der Grünen Hochschulgruppe (GHG) ein Rekordergebnis von zwölf Sitzen eingefahren hat, stellt sich die Situation ähnlich dar.

„Es wird keinen Asta mit GHG-Beteiligung geben.“ Er fügte hinzu: „Enttäuschend, dass Unfähigkeit und Untätigkeit der ADF sogar zu noch mehr Sitzen verholfen haben.“ Gut, sei allerdings, dass die Junge Alternative den Sprung ins Parlament verpasst hat.

Sollte es zu keiner Asta-Koalition kommen, könnten sogar Neuwahlen im Sommersemester in Betracht gezogen werden. Bis dahin würden die Asta-Referenten für Soziales und Finanzen, sowie die Vorsitzende Elena Rasmié Hammoud kommissarisch im Amt bleiben. Für die ADF beginnt jetzt die Suche nach einem willigen Koalitionspartner – allzu große Auswahl wird sie dabei nicht haben.

Von Benjamin Köster

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