Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Sturm erreicht Göttingen und die Region

Bäume umgeknickt / Züge verspätet Sturm erreicht Göttingen und die Region

Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, gesperrte Straßen. Sturmtief „Niklas“ hat Südniedersachsen am Dienstag mit voller Wucht getroffen. Es blieb aber bei Sachschäden. Die Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes in Geismar verzeichnete Windgeschwindigkeiten von bis zu 117 Kilometern pro Stunde – nur zweimal gab es seit 1954 heftigere Windböen, sagte Mitarbeiter Harald Frischtatzky.

Voriger Artikel
30 Unerschrockene wandern in Seeburg
Nächster Artikel
Flüthe droht den Sandweg in Göttingen zu überspülen

Entwurzelter Baum auf der Haarthstraße bei Hann. Münden. Zu rund 100 Einsätzen müssen die Feuerwehren ausrücken.

Quelle: Burkhardt

Göttingen. Die Auswirkungen des Sturms bekamen vor allem die Feuerwehren zu spüren, die im Dauereinsatz waren. Rund hundertmal mussten die Einsatzkräfte am Dienstag in Stadt und Landkreis Göttingen ausrücken, sagte Frank Gloth, Sprecher der Göttinger Berufsfeuerwehr. Am schwersten waren Hann. Münden und Göttingen betroffen.

So stürzte am Dienstagmittag im Göttinger Königsstieg ein Baum auf ein Mehrfamilienhaus. Verletzt wurde niemand, sagte Gloth. Der am Haus lehnende Baum wurde wenig später von den nächsten Windböen erfasst und fiel um. Und am Schwann-Schleiden-Zentrum an der Nord-Uni wurden vom  Sturm zwei Oberlichter abgerissen Gloth. Das Gebäude war bereits 2013 von einem Sturmschaden betroffen, als ein Großteil der Außenfassade herabstürzte und einige Autos schwer beschädigte.

Bereits am Morgen war die Niemetalstraße zwischen Löwenhagen und Bursfelde gesperrt worden. Das aber wurde zum Ärger der Polizei von einigen Verkehrsteilnehmern ignoriert. Sie schoben die Absperrungen zur Seite und fuhren einfach weiter. „Und auf der Straße lagen schon die Bäume“, sagt Jens Dalfuß von der Polizei Münden. „Das ist mordsgefährlich.“ Außerdem seien so auch andere Autofahrer arglos in das Gefahrengebiet gefahren. Die Polizei habe einige Anzeigen verteilt, doch die Strafe von 20 Euro für das Nichtbeachten eines Verkehrszeichens sei viel zu gering für ein solch unverantwortliches Verhalten.

In der Gemeinde Gleichen mussten Feuerwehrleute mehrere Bäume von der Landesstraße zwischen Reinhausen und Bremke räumen – sie war zeitweise gesperrt. Vorerst bis zum Mittwochmorgen sperrte die Gleichener Feuerwehr auch die Appenröder Straße, auf die immer wieder Bäume fielen.

Erhebliche Behinderungen gab es außerdem für Bahnreisende mit Ziel oder Start in Göttingen. Etliche Fernzüge hatten bis zu einer Stunde Verspätung, weil auf ihren Strecken Bäume und Äste auf Gleise gefallen oder Oberleitungen beschädigt waren. Viele Züge aus oder in Richtung Süden fielen ganz aus.

Massiver Regen ließ zudem das Wasser der Leine rapide steigen. Innerhalb von zwei Stunden erreichte der Messpegel in Göttingen um die Mittagszeit die erste Meldestufe. Folge: Auch die Flüthe am Göttinger Kiessee führte mehr Wasser. Zeitweise fehlten nur noch zehn Zentimeter, um am Durchlass über den Sandweg zu fließen. Mitarbeiter des Bauhofes hatten sich bereits darauf eingestellt, die Straße zu sperren. Ab 15 Uhr stieg das Wasser in der Leine allerdings nicht mehr an, ab 18 Uhr sank der Pegel wieder.      us, afu

Sturmschäden Nesselröden

Zur Bildergalerie

Der Artikel wurde um 21.21 Uhr aktualisiert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Weihnachtsdeko in Göttingen und Umgebung