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Suche nach Trinkwasser in Groß Schneen

Leinebruch Suche nach Trinkwasser in Groß Schneen

Wasser fließt nach unten. Deshalb stehen die meisten Trinkwasserbrunnen im Tal. Die Gemeinde Friedland und der Wasserverband Leine Süd suchen Wasser am Berg. Die geologischen Besonderheiten des Leinebruchs ermöglichen das. Für die künftige Lieferung von weichem Wasser wird ein neuer Brunnen erschlossen.

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Beginn der Bohrung: Geologe Stefan Steinmetz (mit Helm) erklärt Verbands-, Verwaltungs- und Ortsratsmitgliedern die Technik.

Quelle: Gückel

Groß Schneen. Wenn Stefan Steinmetz, Geologe der Geonik GmbH, das Leinetal (Grafik) erklärt, „eine der kompliziertesten geologischen Strukturen“, beginnt er in Afrika. Wenn er bis zum Langen Rott östlich Groß Schneens gekommen ist, hat der Zuhörer die riesige, schräg liegende Scholle verschiedener Gesteinsschichten vor Augen, von der das Wasser aus dem großen, von kaum einer Nutzung beeinträchtigten Wald ins Tal drückt. Es staut sich an den Bruchkanten vor weniger durchlässigem Gestein. Hier hinein stößt der Bohrer schon nach nur zehn Metern Lehmschutt. Darunter liegen bis zu 175 Meter wasserführende Schichten, aus denen künftig jährlich 200 000 Kubikmeter Trinkwasser für die Gemeinde Friedland kommen sollen.

 

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Die Rohre im Bohrloch werden aussehen wie ein Teleskop. Oben die 70 Zentimeter breite Öffnung, darunter immer kleinere Durchmesser. Durchlässige Filterrohre werden über mehr als 100 Meter laufend Trinkwasser in den künftigen Brunnen eindringen lassen. Dass er ergiebig sein wird, habe die erste, nicht ganz senkrechte Bohrung erwiesen.

 
Nötig wird der neue Brunnen, weil die ältere der beiden Friedländer Wassergewinnungsanlagen auf Dauer nicht zu halten ist. Sie kann nicht regeneriert werden; nur wenig Wasser läuft nach. Am Langen Rott gibt es zudem sauerstoffreicheres Wasser, das wenig Mangan und Eisen enthält. Es wird leichter zu enthärten sein. Ziel ist es, den neueren Friedländer Brunnen und den am langen Rott zusammen zu enthärten, ob am Hochbehälter Groß Schneen oder in Friedland, ist noch nicht entschieden. Wichtig sei dem Verband, so dessen Vorsteher Andreas Friedrichs, dass die Enthärtungswässer (aufgehärtetes Restwasser) der künftigen Anlage nicht als Schmutzwasser teuer in die Kläranlage fließen müssen, sondern per Graben in die Leine laufen dürfen. Das spare Folgekosten von 60 000 Euro jährlich. Aber dazu muss die Chemie stimmen, und das müsse erst errechnet werden.

 

Zeitplan bis zum weichen Wasser
Seit Jahrzehnten klagen Bürger der nördlichen Ortschaften der Gemeinde Friedland über das kalkreiche Trinkwasser. Im Dezember 2013 entschieden sich die Bürger in einer vom Rat beschlossenen Umfrage für den Bau einer Enthärtungsanlage. Im September 2014 ergab eine Studie, dass das Wasser der beiden Brunnen im Leinetal bei Friedland auf Dauer nicht ausreichen werde und ein neuer Brunnen erschlossen werden muss. Im Januar 2015 wurde eine Suchbohrung ausgeschrieben und der Auftrag vergeben. Ende Februar begann eine erste Erkundungsbohrung am Langen Rott östlich des Einzelberges bei Groß Schneen. Diese Bohrung lief aus dem Lot. Eine neue Bohrung konnte erst am 23. Juli begonnen werden, weil nistende Rotmilane bis Mitte Juni nicht gestört werden durften. Bis Mitte August wird das Bohrloch 150 bis 175 Meter tief sein. Ende September liegen Ergebnisse der Wasseranalyse vor. Danach erfolgen die eigentliche Brunnenbohrung sowie der Filtereinbau, der voraussichtlich bis Anfang 2016 beendet ist. Parallel läuft bis Ende 2016 der Bau einer neuen Leitung von Groß Schneen nach Ballenhausen. Ende 2016 kann auch die Enthärtungsanlage in Auftrag gegeben werden, deren Bau bis Ende 2017 andauern wird. Erst dann fließt weiches Wasser. ck
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