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Südspange: „Wir bezahlen nicht einen Euro“

Rosdorfer Politiker sind skeptisch Südspange: „Wir bezahlen nicht einen Euro“

Die Umsetzung der Südspange erscheint schwieriger denn je. Selbst wenn der Göttinger Rat zustimmen sollte, das letzte Wort haben die Rosdorfer. Schließlich würde das Bauprojekt auch über ihr Gemeindegebiet führen. Die aber wollen Fakten sehen und befürchten eine zu starke Belastung ihrer Umgehungsstraße.

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Gefährdete Idylle am Ortsrand von Geismar: Entlang des Flüthedeiches soll die Südspange verlaufen.

Quelle: Pförtner

Die Südspange ist in Rosdorf angekommen – wenigstens als Thema. Doch die Politik ist alles andere als begeistert von dem Bauvorhaben. Zu viele Fragen sind offen, zu viele Probleme nicht gelöst, zu viel steht auf dem Spiel. Denn vor einem graut es den Rosdorfern besonders: Dass ihre Umgehungsstraße zur „Belastungsstraße“ werden könnte.

So jedenfalls drückte es Christian Baethe (CDU) jetzt im Bauausschuss aus und forderte Fakten. Christoph Sachse (SPD) sagte, die Südspange dürfe „auf keinen Fall zu einer Belastung Rosdorfs führen“. Und Christian Frölich als beratendes Mitglied fragte: „Was haben wir eigentlich davon?“ Wenn man sich die ersten halbwegs gesicherten Zahlen anschaut: wohl nicht allzu viel.

Denn die Verwaltung rechnet mit einer Mehrbelastung von bis zu 13000 Fahrzeugen pro Tag auf der Rosdorfer Umgehungsstraße, falls die Südspange gebaut und der Sandweg gesperrt wird. „Eine gigantische Zahl“, sagte Bürgermeister Harald Grahovac (SPD) gegenüber dem Tageblatt. Er befürchte eine „große Belastung“ der Entlastungsstraße. Daher müsse im Vorfeld geklärt werden, ob die für ein solches Verkehrsaufkommen überhaupt geeignet sei. Zudem werde man sich für den Bau der Südspange auf keinen Fall zur Kasse bitten lassen. Grahovac: „Wir beteiligen uns auch nicht mit einem Euro daran.“

Ein weiteres Problem: die Kreisverkehre Rosdorfs. Besonders der Ziegelei-Kreisel am nordöstlichen Ortsrand steht im Fokus, weil auf ihn laut Grahovac die größte Belastung zukommen würde. „Der ist nicht in der Lage, ein solch hohes Verkehrsaufkommen aufzufangen“, glaubt er. Schließlich bilde sich dort in den Hauptverkehrszeiten bereits schon jetzt ein Rückstau – und zwar auf eben jener Umgehungsstraße bis hin zur Schlachthofstraße.

Im schlimmsten Fall könnte das dazu führen, dass die Autofahrer, die eigentlich um Rosdorf herumgeleitet werden sollen, wieder durch den Ort fahren. Dann aber wäre die eigentliche Funktion der Südostumfahrung dahin. Und die hat immerhin etwa 13 Millionen Euro gekostet – zwei Millionen davon zahlte einst die Gemeinde Rosdorf.  Von Andreas Fuhrmann

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