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Super-Windräder mit Blinklicht im Gleichtakt

Anschlusspunkt noch offen Super-Windräder mit Blinklicht im Gleichtakt

Noch gibt es viele offene Fragen, ein paar ungeklärte Probleme und auch keine Genehmigung – aber viel Idealismus und konkrete Pläne: Zwischen Bischhausen und Weißenborn will die Windkraft Diemarden GmbH & Co. KG drei neue Windräder zur Stromerzeugung aus Windenergie aufstellen.

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Vorranggebiet Windkraft: Bei Bischhausen stehen bereits kleinere Anlagen.

Quelle: Hinzmann

Mit einem Stromertrag von etwa 7,5 Millionen Kilowattstunden, an der Nabe 136 Meter hoch und mit gut 50 Meter langen Flügeln. Ihr entscheidender Unterschied zu drei bereits vorhandenen Windrädern an diesem Standort: An den Flügelenden werden Lampen als Warnung für Flugzeuge blinken – eine sogenannte Befeuerung. Das stößt bei Bewohnern der beiden Dörfer am meisten auf Kritik.

Eine Befeuerung sei bei dieser Größe vorgeschrieben, bedauerte Jörg Klapproth von der Windkraft Diemarden im Umweltausschuss des Gleichener Gemeinderates. Sie würden aber so geschaltet, dass alle Lampen an den drei Windrädern im Gleichtakt blinken. Außerdem würden sich die Flügel der großen neuen Anlagen wesentlich langsamer drehen als die bisherigen.

Kleinere Anlagen würden sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht mehr lohnen und rentieren. Zwei Windräder der Gesellschaft in Diemarden und die drei bestehenden bei Bischhausen seien „auskömmlich aber ohne hohe Rendite“. Zugleich sei der Standort im Osten der Gemeinde Gleichen aufgrund seiner Windverhältnisse ideal und Windenergieanlagen produktiver als Photovoltaikanlagen.
Sollten die drei Windräder gebaut werden, würden sie 1,3 Kilometer entfernt von Bischhausen und 1,5 Kilometer von Weißenborn stehen. Zwei zentrale Fragen seien aber noch ungeklärt: die Erschließung, die wahrscheinlich über einen südlich gelegenen Weg auf der thüringischen Seite erfolgen werde. Und der Weg, über den der erzeugte Strom ins überregionale Netz abgegeben wird – „vielleicht über Duderstadt“. Denn die Leitungen zu den vorhandenen Windrädern seien für die erwartete Menge zu schwach. Es gebe zwar schon eine Bauvoranfrage, aber erst, wenn diese Probleme geklärt sind, werde auch gebaut. Zuvor würden „natürlich“ auch die Bewohner der beiden naheliegenden Ortschaften informiert und einbezogen. Dort hatten sich bereits Bürger und Ortspolitiker über bisher fehlende Informationen beklagt. Eine weitere besorgte Frage im Ausschuss: Sind die Windräder gefährlich für Vögel und andere Tiere, vielleicht sogar tödlich? „Alles widerlegt“, konterten Klapproth und andere Mitglieder des Ausschusses.

15 Millionen will die Gesellschaft in die drei Anlagen investieren und dabei neue Mitglieder einbeziehen – auch aus den nahen Dörfern. Die seit 1993 aktive GmbH & Co. KG habe zurzeit bereits 260 Gesellschafter – überwiegend aus dem Kreis Göttingen. Sie betreibt sieben Windräder bei Diemarden, Deiderode und Bischhausen. Gehen die neuen Windräder irgendwann in Betrieb, würde in Gleichen mehr regenerative Energie erzeugt als benötigt und die Gemeinde sogar zu einem Stromexpor-teur, so Klapproth.

Der vorgesehene Standort wurde schon vor mehreren Jahren und nach langer Debatte als Vorranggebiet für Windenergie-Anlagen ausgewiesen. Damit wollte die Gemeinde vermeiden, dass an fast jedem beliebigen Ort und ungeachtet des Landschaftsbildes moderne Mühlen aufgestellt werden können. Schon damals hatte die Gemeinde – im Gegensatz zu anderen Kommunen – auch bewusst keine Höhenbegrenzung festgelegt. Mit Blick auf die aktuelle technische und energiepolitische Entwicklung „eine weise Entscheidung“, sagte jetzt Gemeindebürgermeister Heinz-Jürgen Proch (SPD). Und: „Mir sind die paar Quadratmeter Acker unter einem Windrad lieber als hunderte Quadratmeter Monokultur auf gutem Boden für Biogasanlagen.“

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