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Syrer erzählt Schülern in Groß Schneen von seiner Flucht

Neuntklässer befragen Flüchtling Syrer erzählt Schülern in Groß Schneen von seiner Flucht

Warum ist Mustafa Kawsara aus Syrien geflohen? Warum kann er sich als Flüchtling ein Handy leisten? Diese und ähnliche Fragen interessieren die Jugendlichen aus der Klasse 9R1 an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule. Kawsara hat sie bei einem Besuch im Religionsunterricht der Oberschule und früheren Haupt- und Realschule beantwortet.    

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Quelle: EF

Groß Schneen. Seine Geschichte bewegt, auch wenn es die Geschichte von zurzeit vielen Menschen ist: Zu Fuß, mit Auto und Bus, mit der Bahn und in einem Schlauchboot ist Kawsara über 4000 Kilometer von Syrien nach Deutschland geflohen. Als er eine Zeitlang in der Turnhalle der CFG untergebracht war, lernte ihn der Lehrer Tarek Zairi kennen und lud den 22-jährigen Jurastudenten in die Klasse 9R1 ein. „Sehr ehrlich und direkt“ habe er alle Fragen beantwortet, so Schulleiter Jens Haepe. Seine knappe Antwort auf die Frage, warum er geflüchtet ist: Sonst wäre er beim Militär gelandet und mit hoher Wahrscheinlichkeit im Krieg gestorben.

Ob die Flucht teuer war, wollten die Schüler weiter wissen: Ungefähr 7500 Euro habe er an Schlepper zahlen müssen, allein 2000 Euro für die gefährlichste Etappe mit einem Schlauchboot  von der Türkei über das Meer nach Griechenland. Ohne ein GPS-fähiges Smartphone mache sich kein Flüchtling auf den gefährlichen Weg, erklärte Kawsara weiter. Es diene als Orientierung „raus aus dem Krieg“ und sei oft die einzige Möglichkeit, mit dem Rest der Familie in Verbindung zu bleiben. Darum werde ein Teil der Familienersparnisse vor der Flucht nur für ein Handy ausgegeben.

Schlechte Erfahrungen habe er in Deutschland bisher nicht gemacht, sagte Kawsara, alle seien sehr herzlich und freundlich zu ihm. Die Schule will den Kontakt halten, unter anderem werde er regelmäßig am Sportunterricht teilnehmen, so Haepe. Es ist ihre Möglichkeit, Willkommen zu heißen.

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