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„Wir belohnen den Mehraufwand“

Tag des Effizienzhauses „Wir belohnen den Mehraufwand“

Bundesweit erstmalig haben am Sonntag Eigentümer von sanierten Häusern ihre Türen für Gäste geöffnet. Auch in der Region waren elf Sanierer am von der Energieagentur koordinierten Tag des Effizienzhauses beteiligt.

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Familie Lüdecke an ihrem Energie-Effizienzhaus

Quelle: PH

Göttingen. Einer von ihnen ist Timo Lüdecke. Der gebürtige Bovender hat ein altes Fachwerkhaus gekauft, das an das Gründstück seines Elternhauses angrenzt. Das Gebäude aus dem Jahr 1780 wurde komplett entkernt. Fußboden, Wände, Fenster und Fassade wurden erneuert. Dabei habe er besonderen Wert auf Energie-Effizienz und ökologische Gesichtpunkte gelegt. Eine 24-Zentimeter-Schicht aus Papierfaser dämmt jetzt das Haus. Die Fassade ist mit Holz statt den seit den 60er Jahren üblichen Faserzement-Platten behängt. Die Fenster sind dreifach verglast.

„Man muss schon Idealist sein“, kommentiert Lüdecke im Rückblick. Aber irgendwann zahle sich das Plus an Ausgaben und Arbeit auch aus. „Wir belohnen den Mehraufwand“, sagt Doreen Fragel, Geschäftsführerin der Energieagentur. Der Landkreis Göttingen hat ein Förderprogramm aufgelegt, mit dem energetische Optimierungen von Wohngebäuden unterstützt werden. Pro Quadratmeter werden Fenster, Dach oder Außenfläche bezuschusst. Auch der Einbau von Blockheizkraftwerken oder Solarthermieanlagen wird honoriert. 2000 Euro fließen maximal. Übertrifft die Sanierung den geforderten Neubaustandard, wird ein Bonus in gleicher Höhe gezahlt. Das geschehe nicht selten.

Eine Bedingung für die Förderung durch den Landkreis ist der Einsatz von Fachfirmen. Diese müssen nachweisen, dass sie die geforderten Standards auch wirklich einhalten. Fragel: Das habe bereits einen gewissen erzieherischen Effekt gehabt. Einige Firmen werben mit diesen Standards und der Förderung des Landkreises.

Die freiwillige Leistung des Landkreises zielt auf den Klimaschutz. „Wenn wir Energieeffizienz wollen, dann müssen die Altbauten saniert werden“, sagt Fragel. Der Baubestand in den Ortskernen ist vielerorts in die Jahre gekommen. Hier bedarf es der Initiative der Eigentümer.

Die am Aktionstag beteiligten Bauherren sollen dabei als Botschafter fungieren. Und die meisten mussten nicht lange überzeugt werden. Fragel: „Viele sind stolz auf ihre Häuser und die Sanierung.“ Denn diese sei oft eine größere Herausforderung als ein Neubau. Und so geben sich auch bei Lüdeckes in Bovenden interessierte Besucher die Klinke in die Hand. Einige haben konkrete Nachfragen zu Baumaßnahmen, andere fragen nach Kontakten und nicht wenige wollen einfach wissen, wie es sich anfühlt, in einem energieeffizienten Altbau zu wohnen.

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