Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Tageblatt-Interview mit Fritz Güntzler zum Abschied aus dem Rat

„Es war eine tolle Zeit“ Tageblatt-Interview mit Fritz Güntzler zum Abschied aus dem Rat

Seit 13 Jahren ist Fritz Güntzler Mitglied des Göttinger Rates und von Beginn an Vorsitzender der CDU-Fraktion. Heute scheidet der 48-Jährige Nikolausberger aus.

Voriger Artikel
Göttinger Bruderschaft pflanzt 2000 Blumenzwiebeln
Nächster Artikel
Kultur- und Musikkneipe „Turm 2.0“ eröffnet in Northeim

Der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler gibt sein Ratsmandat ab.

Quelle: Hinzmann

Seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter seit 2013 nehme viel Zeit in Anspruch, sagt er, das Ratsmandat könne er sonst nur noch eingeschränkt wahrnehmen.

Abschied nach 13 Jahren Ratsarbeit – heißt das für Sie: Endlich vorbei oder schade drum?

Der Abschied fällt mir nicht leicht. Die Aufgaben als Ratsherr und Fraktionsvorsitzender haben mir Spaß gemacht. Ich habe Kommunalpolitik immer mit Herzblut gemacht. Man kann viel bewegen, trifft interessante Menschen und bekommt viele Einblicke. Insgesamt war es eine tolle Zeit.

Welche Entscheidungen waren für Sie die bedeutsamsten?

Am bedeutsamsten war wohl die Entscheidung für den Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen, der den Weg zur Entschuldung der Stadt frei gemacht hat. Erfreulich fand ich auch, dass ich meinen Beitrag zum Erhalt des Weender Freibades leisten konnte. Wichtig war für den Göttinger Sport der Bau der Sparkassenarena.

Was hätten Sie gerne noch um- oder durchgesetzt?

Ich hätte gerne noch den Zeitpunkt im Rat miterlebt, in dem wir unsere ganze finanzielle Handlungskraft wieder erlangt hätten. Da sind wir auf einem guten Weg. Gerne hätte ich mich auch noch dafür eingesetzt, dass die geringen finanziellen Spielräume für freiwilligen Leistungen an kulturelle, soziale und sportlichen Einrichtungen gehen, anstatt neue Baustellen, wie das KuQua aufzumachen. Und dann natürlich: Die grüne Welle.    

2003 zerbrach das Haushaltsbündnis der CDU mit der SPD, sie kooperiert seitdem mit den Grünen. Hat Sie das geärgert?

Ja, das hat mich sehr geärgert. Wir waren gemeinsam auf einen guten Kurs. Leider hat sich die SPD dann nicht an getroffene Vereinbarungen gehalten, sie hat gegen unseren Personalvorschlag für einen Baudezernenten gestimmt. Wir mussten das Bündnis daraufhin beenden. Gut fand ich, dass wir dann aber den Zukunftsvertrag mit der Entschuldung gemeinsam, also CDU, SPD und Grüne geschlossen haben.

Können Sie sich ein Bündnis der CDU mit den Grünen vorstellen?

Ja. Im Kreistag haben CDU und Grüne auch viele Jahre erfolgreich zusammengearbeitet. Schnittmengen sehe ich auch im Rat. 2003 wäre es ja auch schon mal soweit gewesen. Leider haben damals die Grünen im letzten Moment zurückgezogen.

Hat sich der Umgang zwischen den Fraktionen im Rat verändert?

Ja, ich finde schon. In den ersten Jahren ging es kollegialer und weniger ideologisch zu. Wir haben früher sogar mal ein Fußballturnier der Fraktionen veranstaltet.

Sie haben einen CDU-Oberbürgermeister und einen SPD an der Stadtspitze erlebt. Mit wem konnten Sie besser arbeiten?

Mit Jürgen Danielowski bin ich sehr freundschaftlich verbunden. Wir haben uns immer sehr eng ausgetauscht. Aber auch die Zeit mit Wolfgang Meyer war im Ergebnis gut. Bei wichtigen Entscheidungen hat er immer die CDU mit eingebunden oder mich persönlich unterrichtet. Beide waren gute Oberbürgermeister.

Zurück an den Anfang: Wissen Sie noch, worum es in Ihrer ersten Ratsrede ging?

Es ging um ein Einzelhandelskonzept für Göttingen. Das wurde dann auch umgesetzt und trägt dazu bei, dass wir nach wie vor eine so lebendige Innenstadt haben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Tanzende Schneeflocken im "Kauf Park"