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Leser loben „offene Art“ von Martin Schulz

RND-Bundesleserkonferenz Leser loben „offene Art“ von Martin Schulz

„Mit sozialer Gerechtigkeit setzt Martin Schulz auf das richtige Thema“, ist sich Christopher Stolzenberg sicher. Deshalb wollte der Politikwissenschaftler, der aus Göttingen stammt und heute in Berlin als Berater für Umwelt- und Klimapolitik arbeitet, bei der Bundesleserkonferenz dabei sein.

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von links: Christopher Stolzenberg, Ute Kahle, Werner Tönsmann

Quelle: Caspar

Göttingen/Berlin. „Das Problem des Herausforderers besteht darin, dass es vielen Menschen in Deutschland derzeit gut geht“, vermutet er. Die ungleiche Verteilung des Reichtums, die zunehme, beschäftige nur wenige. Ob Schulz die Bürger am Ende mitreißen kann, bezweifelt Stolzenberg nach der Konferenz. Der Herausforderer sei ein Vollblutpolitiker, der mit seiner kommunalpolitischen Erfahrung als Bürgermeister, aber auch mit seiner aufrechten, ehrlichen Art ankomme, räumt er ein. Bei vielen Fragen sei Schulz aber „vage“ geblieben.

„Zur Wohungsnot, unter der heute insbesondere Geringverdiener leiden, ist dem SPD-Spitzenkandidat die fast wirkungslose Mietpreisbremse eingefallen“, kritisiert Ute Kahle. Die Göttinger Journalistin arbeitet bei einem Magazin, das von Langzeitarbeitslosen auf der Straße verkauft wird. Sie macht sich für eine deutliche Ausweitung der staatlichen Förderung des sozialen Wohnungsbaus stark.

Kahle hat Schulz dann am stärksten erlebt, wenn er persönlich und offen sprach. Während der Konferenz hatte der SPD-Spitzenkandidat etwa die Ablehnung einer Cannabis-Legalisierung mit seiner früheren Alkoholabhängigkeit begründet. Er hatte die Empfehlung, mehr auf sein Äußeres zu achten, mit dem Hinweis auf seine Herkunft abgetan. Er besorge sich seine Hosen da, wo schon seine Eltern und Großeltern eingekauft hätten. Aufgefallen ist Kahle, dass der Herausforderer in Dialekt verfällt, wenn er mit Menschen aus Nordrhein-Westfalen spricht.

„Martin Schulz ist thematisch unglaublich breit aufgestellt“, meint Werner Tönsmann, ein ehemaliger Schulleiter, der 1970, vier Jahre vor Schulz, in die SPD eingetreten ist. Ihm gefalle, so der Ruheständler, dass der Spitzenkandidat über die Entsorgung von Atommüll ebenso sachkundig sprechen könne, wie über Spezialfragen bei der Rente. Und er nehme die Bürger ernst. Selbst für die Beantwortung einer Frage nach der Veröffentlichung von angeblich unter Verschluss gehaltenen Ufo-Akten nehme er sich Zeit.

Tönsmann begrüßt, dass Schulz die Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche nicht besteuern will. Der Kandidat verzichte auf plakative Forderungen mit dem Hinweis, dass er nichts versprechen werde, was er nicht halten könne. Der frühere Schulleiter hätte gerne eine Frage zu den Verteidigungsausgaben Deutschlands gestellt. In der SPD fänden die Soldaten oft nicht die Anerkennung, die sie verdienten, meint er.

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