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Tageblatt-Wochenendkolumne von Uwe Graells

Helden des Sommerlochs Tageblatt-Wochenendkolumne von Uwe Graells

Zweite Halbzeit. Die Sommerferien sind gut zur Hälfte vorbei, und damit hat auch das legendäre Sommerloch seinen Tiefpunkt erreicht. Was gibt es sonst nicht immer für schöne Geschichten in den Wochen zwischen Mitte Juli und Ende August.

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Chefredakteur des Göttinger Tageblatts Uwe Graells.

Quelle: Hinzmann

Krokodile und Schnappschildkröten in deutschen Baggerseen, Schönheits-OPs von B-Promis, die nächsten Dschungelkandidaten. Aber diesmal ist aus Göttinger Sicht alles anders. Die Helden des bundesweiten Sommerlochs haben nämlich direkt mit uns zu tun.

Held Nummer eins: Harald Range, ehemaliger Generalbundesanwalt unseres Landes. Geboren in Göttingen, Schüler am FKG, hier studiert und dann Karriere gemacht. Und er hat etwas geschafft, was nur wenigen gelingt: Selbst sein Abgang wird in Erinnerung bleiben – mit Nachhall bis weit über das Sommerloch hinaus.

Hat Range vergessen, wie er in dieses Amt kam? Es ist nun mal die Politik gewesen, die ihn zum obersten Anwalt der Nation gemacht hat. Und ihm hätte klar sein müssen, dass es die Politik ist, die ihn in den Fahrstuhl nach unten schickt. Nach ganz unten.

Landesverrat! Weil Journalisten zugespieltes Material des Verfassungsschutzes veröffentlicht haben. Geht’s noch? Das Problem ist doch wohl eher die Quelle und nicht der Überbringer der Botschaft. Vielleicht wären Ermittlungen gegen Verfassungsschutzpräsident Maaßen angebrachter – schließlich ist er es, der seinen Laden nicht dicht hält.

Held Nummer zwei: Til Schweiger. Das Landeskabinett hat vor ein paar Tagen den Zusammenschluss der beiden Kreise Göttingen und Osterode abgesegnet. Dann tun wir doch einfach mal so, als wäre die Fusion schon umgesetzt. Osterode ist also Landkreis Göttingen.

Herr Schweiger will dort ein mustergültiges Flüchtlingsheim bauen. Man muss Schweiger nicht unbedingt mögen. Und ganz ehrlich: mitunter verstehe ich ihn auch gar nicht, also rein akustisch. Aber jetzt bewundere ich ihn erst einmal (noch). Er legt sich im Netz mit Trollen und dem braunen Sumpf an. Respekt! Er will tatsächlich in einer ehemaligen Kaserne ein Heim für Flüchtlinge umsetzen.

Respekt! Dazu gehören aber Transparenz und die Einbeziehung aller Behörden. Ich hoffe sehr, dass er weiß, was er da angeschoben hat. Um in seiner Filmsprache zu bleiben: Til Schweiger hat das Drehbuch selbst in der Hand. Und er entscheidet, ob es ein Flop oder ein Hit wird. Im Sinne der Flüchtlinge kann man nur hoffen, dass es in ein paar Monaten heißt: Respekt, Herr Schweiger.

Den Autor erreichen Sie unter u.graells@goettinger-tageblatt.de

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