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Tanzkreis in Nörten mit Rollstuhl und Rollator

Musikalische Abendveranstaltung Tanzkreis in Nörten mit Rollstuhl und Rollator

„Du bist die Rose, die Rose vom Wörthersee. Holiolioliholie“, singt Hans Rummelsberger mit sonorer Stimme zur Orgel. Frauen und Männer an den Kaffeetischen halten sich an den Händen und schwingen mit. An den Namensschildern erkennt man hier und da eine Mitarbeiterin des Seniorenwohnheims.

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Ob mit oder ohne Rollstuhl spielt keine Rolle: gemeinsames Tanzen im Benediktuspark am Stift.

Quelle: Heller

Im Benediktuspark am Stift ist Tanzcafé am Sonntag. Und nicht nur an den Tischen wird „getanzt“. Vor der kleinen Bühne hat sich ein Kreis gebildet. Am Rollator, im Rolli und zu Fuß sind die älteren Herrschaften dabei und bewegen sich nach ihren Möglichkeiten. Robert Rosenberg hat sich mit Rollator an der Wand einen Zuschauerposten reserviert. Doch Susanne Schwoch vom Stift lässt ihn nicht aus. An den Händen zieht sie ihn ins Geschehen, bis er mit ihr ein Tänzchen im Rollstuhl-Kreis wagt. Mitarbeiterin Renate Hoffmann hat mit Gertrud Schmidt eine Tanzpartnerin gefunden.

Seit April vergangenen Jahres wird im Benediktuspark am Stift in Nörten alle vierzehn Tage zur Kaffeezeit am Sonntag ein Tanzcafé angeboten. Anfangs habe es große Bedenken gegeben, dass sich die Rollstuhlfahrer diskriminiert fühlen könnten, erzählt Einrichtungsleiter Helmut Huff. Doch auch sie hätten großen Spaß daran. Zusammen mit der evangelischen Kirche sei die Idee nach dem Vorbild eines Tanzcafés in Bad Gandersheim entwickelt worden. Mit dabei sind neben sieben Mitarbeiterinnen auch die ehrenamtlichen Helfer Renate Köhring und Ilona Lichtfuß. Beide haben ihre Mütter hier untergebracht.

Eine Seniorin hat Besuch bekommen, sie geht mit Sohn und Enkeln aufs Zimmer. Empört verlässt eine andere den Saal. Ihr gefällt die Unterhaltungsmusik nicht. Hans Rummelsberger macht eine kleine Pause. Es ist warm geworden im Restaurant. Er will den Herrschaften eine Verschnaufpause gönnen. „Schöne Musik machen Sie“, sagt eine Dame. Auch Gertrud Schmidt muss etwas ausruhen und tupft sich immer wieder ihre Stirn ab. „Wenn ich denn tobe, dann bin ich auch fertig“, gesteht die 73-Jährige. Helga Goedicke hat zum Besuch bei ihrer 98-jährigen Mutter Frieda Franzen ihre Chihuahua-Hündin mitgebracht. Während ihre Mutter im Tanzkreis dabei ist, sitzt sie mit ihrer kleinen „Lady“ am Kaffeetisch. Auch Petra Leonhardt tanzt im Elektro-Rolli mit. Die 54-Jährige ist die Jüngste in dem Kreis und genießt sichtlich die Stimmung. Als Sohn Heiko zu Besuch kommt, setzt er sich erst gar nicht an den Kaffeetisch. Er tanzt mit Altenpflegerin Sonja Vollbrecht. „Wenn die Stimmung einen Höhepunkt erreicht hat, ist Schluss“, kündigt der Einrichtungsleiter an. Denn das Tanzcafé soll noch lange Gesprächsthema bleiben. Künftig wird es nur noch alle vier Wochen stattfinden, um Platz zu machen für eine musikalische Abendveranstaltung, zu der auch ältere Menschen aus dem Ort kommen können. „Was gibt es denn schon für die Älteren in Nörten“, erklärt Huff. Den ersten Seniorenschwof veranstaltet das Seniorenzentrum Benediktuspark am Freitag, 18. Februar, um 19.30 Uhr in seinem Restaurant.

Von Ute Lawrenz

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