Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Tauschtag der Briefmarkensammler in Göttingen fördert Überraschungen zutage

Karte kündigt Care-Paket mit Truthahn an Tauschtag der Briefmarkensammler in Göttingen fördert Überraschungen zutage

Die Postkarte kündigt ein „Holiday-Paket“ an: darin tiefgefrorenes Truthahnfleisch. Udo Maier hat einen Stapel davon. Wer in der Nachkriegszeit das Glück hatte, US-amerikanische Hilfspakete zu erhalten, kannte diese Karten mit aufgedruckter Marke und Berlin-Notopfer im Wert von zwei Pfennig. Sie kamen mit der Post. Mit ihnen konnte man bei der Kirche oder einer Spedition holen, was die amerikanischen Helfer deutschen Familien zugedacht hatten.

Voriger Artikel
Sound and Vision übernimmt Musik Kontor in Göttingen
Nächster Artikel
Sozialgericht für Göttingen: Andretta und Schminke kritisieren Justizministerin

Postkarten künden Care-Pakete an: Udo Maier mit seinen gesammelten Postkarten.

Quelle: Heller

Göttingen. Zum Beispiel das Holiday-Paket, das wohl wertvollste Geschenk, das gleich nach dem Krieg zu kriegen war. Maier hat die Karten aus  dem Nachlass einer Spedition, die mit der Unterschrift der Empfänger nachzuweisen  hatte, dass die Hilfspakete ordnungsgemäß abgeholt wurden.

Überraschungen wie diese Karten, so erzählt Manfred Denecke, seit 25 Jahren im Vorstand des Briefmarkensammler-Vereins, tauchen bei Tauschbörsen immer wieder einmal auf. Am Sonntag waren es 60 bis 70 Briefmarkenfreunde, darunter ein Drittel Mitglieder, die mit ihren Sammlungen kamen, zum Tausch anboten, was sie abgeben wollen.Und sie tauschten, um ihre Sammlungen zu ergänzen. Spezialisiert haben sich praktische alle der ernsthaften Sammler. Bei ihnen allen stehen Geschichten oder die Geschichte hinter ihrem Spezialgebiet.

So wie bei Denecke, dem Vorsitzenden. Der 74-Jährige hat sich auf Marken des Königreichs Hannover (1850 bis 66) spezialisiert. Auf einer der Börsen für Marken und Postkarten bot ein Kollege preußische Marken mit hannoverschem Stempel an, eindeutig aus dem Jahr 1867, als Hannover schon preußisch war, aber es den Norddeutschen Postbezirk (ab 1868) noch nicht gab. So wurde der Zufallsfund am Tauschtag zum perfekten Abschluss der Sammlung.

Und die Briefmarken selbst? Die werden, sagt Denecke, in zehn, 15 Jahren ganz verschwunden sein. Frankaturaufkleber mit Barcodes, wie sie die Post heute verwendet, sammle künftig wohl niemand.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“