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Aufzug-Notruf vor dem Aus

Telekom schaltet analoge Anschlüsse ab Aufzug-Notruf vor dem Aus

Die bisherige Notruf-Technik in Aufzügen steht vor dem Aus. Der Grund: Bis zum Jahr 2018 will die Deutsche Telekom das analoge Telefon-Festnetz schrittweise abschalten und Digitaltechnik einführen. Die Folge: Alle Notruf-Leitsysteme in Aufzügen müssen aufwendig umgerüstet werden.

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Quelle: Lukas Schulze

Göttingen. Das betrifft zum Beispiel auch die Wohnungsgenossenschaft Göttingen.

Grund ist die Technik. Während das analoge System seine eigene Stromversorgung mitbringt, ist die Digitaltechnik auf das allgemeine Stromnetz angewiesen. Das bedeutet, dass bei einem wegen Stromausfalls steckengebliebenen Aufzugs der Notruf gleich mit ausfällt. Zwar muss ein Notrufsystem nicht zwingend von der Telekom betrieben werden, weil jedoch andere Anbieter ebenfalls das Telekom-Netz nutzen, sind sie genauso betroffen. In ganz Deutschland sind mehrere 100 000 Aufzüge betroffen. Verlässliche Zahlen für Stadt und Region Göttingen liegen nicht vor. Klar ist nur, dass vor der Analog-Abschaltung eine andere Technik installiert werden muss - außerhalb des Festnetzes. Eine sich anbietende Lösung ist ein sogenanntes GSM-Modul, eine Art Mobiltelefon.

Derzeit schreibt die Deutsche Telekom wegen der Abschaltung der analogen Anschlüsse „alle Nutzer von Sonderdiensten wie beispielsweise Alarmanlagen, Electronic Cash Terminal oder Aufzugsnotrufen“ an. Sie empfiehlt Immobilienbesitzern und Wohnungsunternehmen, sich rechtzeitig über technische Lösungen zu informieren, erklärt die Telekom-Pressestelle. Die bevorstehende Umrüstung aller Aufzüge, sagt beispielsweise Carlo Scherrer, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Göttingen, wird jedoch teuer werden. Derzeit arbeite die Wohnungsgenossenschaft Pläne zur Umrüstung aus - voraussichtlich mit GSM-Technik.

Allerdings bietet die Umrüstung nicht nur Nachteile. Denn die bisherige Nutzung analoger Telefonleitungen ist vergleichsweise teuer. In der Regel wird mindestens einmal pro Jahr eine Rechnung über die Leistungen der Notrufbereitschaft erstellt. Dazu kommt die monatliche Telefonrechnung der Telekom über Grundgebühr und genutzte Telefoneinheiten. Nach einer Umstellung von Notrufsystemen auf GSM-Module ist jedoch nur noch eine einzige Rechnung pro Jahr notwendig, die Verrechnungs- und Betriebskosten können daher sinken.

Verschärfte Sicherheit

Betreibern von Aufzügen droht Ungemach von einer weiteren Seite: Seit dem 1. Juni vergangenen Jahres gilt eine neue Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) mit deutlich verschärften Auflagen. Spätestens bis Ende 2020 muss in jedem Aufzug ein Zweiwege-Kommunikationssystem vorhanden sein, über das ein Notdienst ständig erreicht werden kann, teilt der Tüv mit. Außerdem muss seit dem 1. Juni dieses Jahres ein Notfallplan vorliegen, der dem Notdienst zur Verfügung steht oder am Aufzug aushängt. Unter anderem sollen darin Angaben über Kontaktdaten von Personen enthalten sein, die im Notfall erste Hilfe leisten können. Verstößt der Betreiber gegen die Pflichten des BetrSichV, gilt dies als Ordnungswidrigkeit – aber nur, wenn nichts passiert. Ereignet sich ein Unfall, wird aus der Ordnungswidrigkeit eine Straftat.hein

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