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Tempo-30 auf Reinhäuser wieder gekippt

Ministerium legt Veto ein Tempo-30 auf Reinhäuser wieder gekippt

Noch vor der ersten Nacht, in der auf sieben Göttinger Hauptverkehrsstraßen eine neue Tempo-30-Regel in Kraft treten sollte, musste die Stadt eine davon wieder zurückziehen. Das niedersächsische Verkehrsministerium hatte im letzten Moment sein Veto eingelegt und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Reinhäuser Landstraße (B27) vorerst verboten.

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Viele fahren schneller als 30 Kilometer in der Stunde. Das zeigte auch der Probelauf mit der Infrarotkamera in der Reinhäuser Landstraße.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Es gebe Bedenken, weil die B27 offizielle Notfall-Umleitung für die A 7 ist, bestätigte Göttingens Ordnungsdezernent Siegfried Lieske am Wochenende. Seit Freitagabend dürfen Autofahrer auf – eigentlich – sieben wichtigen Verkehrsabschnitten in der Stadt zwischen 22 und 6 Uhr nur noch maximal 30 Stundenkilometer fahren. Die Verordnung ist Teil eines Lärmschutzplanes der Stadt.

Wenige Stunden vor dem Beginn ließ die Verwaltung in der Reinhäuser Landstraße aber notgedrungen alle neuen Schilder eilig überkleben. „Das hat uns kalt erwischt“, kommentierte Lieske die Intervention des Ministeriums. Die Stadt habe sich die neue Verkehrsbeschränkung von der eigentlich zuständigen Landesbehörde für Straßenbau in Gandersheim extra genehmigen lassen. Jetzt wolle aber auch das Ministerium den Fall und die zuvor gemessenen Lärmwerte prüfen, habe aber ein schnelles Verfahren zugesichert. „Ich bin aber sicher, dass wir die Maßnahme am Ende wie vorgesehen umsetzen können“, so Lieske.  

Und wie ernst nehmen Autofahrer die neu ausgeschilderte Beschränkung dort, wo sie seit Freitag tatsächlich gilt? Das Tageblatt hat es getestet und sich am Sonnabend zwischen 22 und 24 Uhr mit einer Infrarot-Pistole in drei Straßen positioniert. Ergebnis: Nur wenige halten sich exakt an die vorgegebene Maximalgeschwindigkeit von 30 km/h. Ein Drittel bis zur Hälfte erlauben sich eine Geschwindigkeit bis zu 45 Stundenkilometer. Der Rest pendelt sich um den Wert 50 ein.

Gemessen wurde jeweils 15 Minuten von einem Standort aus in beide Fahrtrichtungen. Die Ergebnisse im Detail:  In der Stettiner Straße hielten sich von 41 Fahrzeugen neun in etwa an Tempo 30, 19 fuhren bis zu 45 km/h schnell, der Rest 50 und mehr. In der Königsallee blieben nur fünf im Toleranzbereich um 30 Stundenkilometer, sieben fuhren bis zu 45 km/h schnell, die weiteren mindestens 50 – darunter ein Stadtbus. Vergleichsweise ruhig war es auch unabhängig von der neuen Regel in der Von-Ossietzky-Straße: In 15 Minuten kamen nur 16 Autos, von denen zwei 30 km/h fuhren. Sieben erlaubten sich zehn bis 15 Stundenkilometer mehr, sieben ein Tempo über 50 – darunter zwei etwa 60 km/h. Bei einem Auto zeigte das Display 89 an. Das Infrarotgerät ist ein altes und nicht mehr geeichtes Modell, die Werte dürften nach eigenem Test aber annähernd stimmen.

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