Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Tempo 50 schneller als Tempo 60

Verkehr in Göttingen Tempo 50 schneller als Tempo 60

Wie kann der Autoverkehr in Göttingen flotter gemacht werden? Indem man Tempo 50 statt Tempo 60 auf den Einfallstraßen fährt. Das jedenfalls haben Verkehrsexperten im Göttinger Bauausschuss vorgestellt.

Voriger Artikel
Braucht Waake zwei eigene Veranstaltungshäuser?
Nächster Artikel
Schulen verteilen Zeugnisse und Empfehlungen

Soll bei Tempo 50 flüssiger rollen: Verkehr auf Göttinger Straßen, hier Kasseler Landstraße.

Quelle: Vetter

„Wir senken die Geschwindigkeit von 60 auf 50 und sparen dadurch zehn Prozent Zeit?“ fragte Christian Henze (SPD) ungläubig im Anschluss an die Vorträge. Wenn die Ampelprogramme entsprechend angepasst würden, sei das möglich, versicherte der Gutachter. Und weiter: „Geringe Geschwindigkeiten, also Tempo 30 oder 40 sind aber absolut nicht geeignet, das funktioniert nicht.“ Der Experte vom Büro Dr. Brenner in Berlin kam jedenfalls in seinem Vortrag – der von Begriffen wie Verkehrsverstetigung, Zuflussregulierungen, Flussrichtungsabhängigen Koordinierungen oder MIV-Bevorteiligung nur so strotzte – zu dem Ergebnis, dass es möglich ist, den Verkehr auf den Göttinger Hauptachsen flüssiger fließen zu lassen.

Eines der wichtigsten Instrumente dafür ist eine flexible Ampelsteuerung. Die grüne Welle in Göttingen funktioniere „ganz gut“, das Problem sei, dass die Anlagen starr geschaltet sind. Schaltungen, die auf Umleitungen reagieren oder unter dem Motto „morgens rein, abends raus“ den Berufsverkehr flexibel leiten, gebe es nicht. Des weiteren sei es sinnvoll, den Schwerlastverkehr auf den innerstädtischen Straßen zu reduzieren. Eine Verringerung des Autoverkehrs könne man mit besseren Busangeboten anstreben.

Anlass für die Gutachten war, herauszufinden, wie der Verkehr in Göttingen optimiert werden kann. Vor allem die Feinstaub- und Stickoxidbelastung sollen dadurch reduziert werden. „Die starre Steuerung der Ampeln ist ja das Hauptproblem. Liegt das an der Technik oder ist eine flexible Steuerung mit der vorhandenen Technik möglich?“, wollte Holger Welskop (CDU) wissen. Grundsätzlich sei das möglich, man brauche aber neue Software für die Steuergeräte der Ampeln und neue Geräte. „Die Signaltechnik in der Stadt ist völlig überaltet“. sagte Stadtbaurat Thomas Dienberg. Die Verwaltung will jetzt durchrechnen, was wann an Neuerungen sinnvoll und finanzierbar ist.

Der Betrieb einer der 102 Göttinger Ampeln kostet rund 5500 Euro pro Jahr. Im Schnitt sind die Anlagen zwölf Jahre alt, deutlich älter als beispielsweise in Braunschweig oder Oldenburg. „Viele Ampeln sind älter als 20 Jahre, dafür gibt es keine Ersatzteile mehr“, so der Gutachter. Er warb gleich für ein sogenanntes Betreibermodell. Eine Firma übernimmt dabei den Betrieb und die Wartung der Ampeln gegen Gebühr.

Voriger Artikel
Nächster Artikel