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Frühzeitige Information kommt an

Südlink-Veranstaltung in Göttingen Frühzeitige Information kommt an

Als „sensationell“ hat Peter Gosslar von der Bürgerinitiative Bürger für HGÜ-Erdkabel am Montagabend die Informationspolitik des Netzbetreibers Tennet zu den geplanten Südlink-Erdkabelkorridoren in Südniedersachsen bezeichnet. Das Info-Forum in Göttingen kam nicht nur bei ihm gut an.

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Tennet-Mitarbeiter informieren in Grone über die Südlink-Trassenvarianten und Erdverkabelung.

Quelle: Eichner-Ramm

Göttingen. Mit etwa 20 Mitarbeitern waren die Experten in die Groner Mehrzweckhalle angerückt, hatten Stellwände, Infomaterial, ein Modell und Filmsequenzen mit reichlich Informationen zu den möglichen Trassen, zur Erdverkabelung und zu den nächsten Verfahrensschritten mitgebracht. Sie standen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung, anschließend gab es noch Kurzvorträge. Zahlreiche Südniedersachsen nutzten die Gelegenheit, die Erdkabelkorridore unter die Lupe zu nehmen und sich zu informieren. So auch Ines und Horst Eggert aus Göttingen, die im Bereich des westlichen Korridors ein kleines Grundstück haben.

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Quelle: GT

Mancher äußerte aber auch seine Sorgen. Der Bovender Grundstückseigentümer und Jagdpächter Manfred Probst zum Beispiel befürchtet Bodenerwärmung durch das Erdkabel. Oder Anita Schmidt-Jocheim, die vor einer Belastung der Grundschulkinder in Hetjershausen durch elektromagnetische Felder durch das Erdkabel warnte. Oder Landwirt Hans-Ulrich von Schneen aus Klein Schneen, der in der Erdverkabelung keinen Vorteil, stattdessen aber nur Nachteile wie etwa eine Beeinträchtigung für die Boden-Flora und -Fauna sieht. Eine Elkershäuser Bürgerin sorgte sich ganz allgemein, dass ihr Dorf, bisher schon durch A 38 belastet, durch eine Südlink-Trasse noch mehr zu erleiden hätte.

Website

Weiterführende Informationen zum Südlink-Projekt hat der Betreiber Tennet auf seiner Website zusammengestellt.

Göttingens Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne) erinnerte an den großen Vertrauensverlust, den es bei den Diskussionen zur Freileitung von Wahle nach Mecklar gegeben habe. „Das ist nicht so einfach wieder einzuholen“, sagte sie. Mit Blick auf den Südlink-Erdkabelkorridoren „im Nadelöhr Leinetal“ bezeichnete Wemheuer den von Tennet begonnenen Bürgerdialog als gut. Wichtig sei dabei, dass die Planungen transparent, fachlich nachvollziehbar und objektiv seien. Verglichen mit der Debatte um die Wahle-Mecklar-Trasse sei das Verfahren der Tennet jetzt offen und transparent, sagte BI-Sprecher Gosslar aus Bad Gandersheim begeistert. Vor allem auch, weil Südlink vom Gesetzgeber durchgehend als Erdkabel vorgegeben wird. Und auch wenn an diesem Abend nicht alle Bedenken und Sorgen ausgeräumt werden konnten, an mangelnden Informationen hat es nicht gelegen.

Wahle-Mecklar und Südlink

Wahle-Mecklar: Hier handelt es sich um eine 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung, durch die Wechselstrom fließen soll. Diese Trasse wird überwiegend als Freileitung geplant, da Wechselstrom nach gegenwärtigem Stand der Technik nur auf kurzen Abschnitten in die Erde kann.

Südlink: Hier soll Gleichstrom über weite Strecken transportiert werden. Die ursprünglich als Überlandleitungen geplanten Trassen hätten bis zu 70 Meter hohe Masten bedeutet, was auf erhebliche Widerstände stieß. Nun schreibt der Gesetzgeber das Erdkabel vor. be

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