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Eine Nord-Süd-Autobahn ohne Abfahrt

Südlink-Trassenvarianten in Südniedersachsen Eine Nord-Süd-Autobahn ohne Abfahrt

Die Netzbetreiber Tennet und TansnetBW haben die neue Planung der Stromtrasse mit der Bezeichnung Südlink vor wenigen Tagen veröffentlicht. Jetzt informieren die Verantwortlichen die Akteure vor Ort - so auch Lex Hartmann von der Tennet-Geschäftsführung beim Pressetermin in Göttingen.

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Die Südlink-Trassenvarianten für Südniedersachsen.

Quelle: R

Göttingen. Die Vorschläge für die möglichen Erdkabel-Korridore seien das Ergebnis der Abwägung verschiedener Kriterien, die bei der Planung in Frage kommen. Und es handle sich um eine Diskussionsgrundlage, betonte Hartmann. Im Rahmen der Abwägung der beiden Trassenstränge sollen schon jetzt die betroffenen Bürger und Kommunen eingebunden sein. „Wir suchen den optimalen Weg“, sagte Hartmann, wobei er ausdrücklich auf den „Input“ von vor Ort setzte, damit die Argumente für die Detailplanungen gewichtet werden können.

Hartmann, der Südlink als „elektrische Autobahn von Nord nach Süd ohne Abfahrt“ bezeichnete, ging auch auf die Technik ein. Nach derzeitigem Stand würden für die 320-Kilovolt (kV)-Technologie acht Kabel in einer Tiefe von 1,80 bis zwei Metern verlegt. Es gebe inzwischen eine 525-kV-Technologie, bei der nur vier Kabel nötig seien. Die Trasse würde nicht nur schmaler, sondern die Kosten wären auch niedriger.Die neue Technologie sei aber noch nicht erprobt, weshalb Südlink zunächst herkömmlich geplant werde.

Topographische Übersichtskarte.

Quelle: R

Sorgen bezüglich der Wärmeentwicklung und mögliche Folgen für die Landwirtschaft würden ernst genommen. Anhand bisheriger Erfahrungen seien keine negativen Auswirkungen bekannt.

Auch auf die vom Gesetzgeber eingeforderte Bündelung von Trassen - etwa von Südlink mit der Stromtrasse Wahle-Mecklar - ging Hartmann ein. Das werde geprüft, möglicherweise wäre der Korridor dann aber bis 1000 Meter breit, da die Kabelstränge einen Mindestabstand voneinander benötigten.

Trassenverlauf Wahle-Mecklar.

Quelle: R

Die geplante Freileitung Wahle-Mecklar soll als eines von vier Pilotprojekten in Deutschland auf einem etwa 5,5 Kilometer langen Abschnitt etwa zwischen Hetjershausen, und Ohlenhusen als Erdkabel verlegt werden. Göttingen habe Glück, dass sowohl Wahle-Mecklar als auch Südlink neu gebaut würden und unter der Erde verschwinden, sagte Hartmann. „Es gibt keinen Grund zu klagen.“

Weitere Informationen:

Wahle-Mecklar und Südlink

Beim Vergleich der Stromtrassen ist es wie mit Äpfel und Birnen: Die Kriterien für die Erdkabelkorridore unterscheiden sich gegenüber denen für Freileitungen.
Wahle-Mecklar: Hier handelt es sich um eine 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung, durch die Wechselstrom fließen soll. Diese Trasse wird überwiegend als Freileitung geplant, da Wechselstrom nach gegenwärtigem Stand der Technik nur auf kurzen Abschnitten (maximal zehn Kilometer) in die Erde kann.

Südlink: Hier soll Gleichstrom über weite Strecken transportiert werden. Die ursprünglich als Überlandleitungen geplanten Trassen hätten bis zu 70 Meter hohe Masten bedeutet, was auf erhebliche Widerstände mit sich bringt. Nun schreibt der Gesetzgeber das Erdkabel vor.

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