Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Teure Steuerhinterziehung: Unternehmer muss 750.000 Euro zahlen

Auslandskonto verschwiegen Teure Steuerhinterziehung: Unternehmer muss 750.000 Euro zahlen

Steuerhinterziehung kann richtig teuer werden. Diese Erfahrung hat jetzt ein Unternehmer aus dem Landkreis Northeim gemacht. Der Geschäftsmann hatte über mehrere Jahre hinweg Auslandseinkünfte gegenüber dem Finanzamt verschwiegen und sich 2010 dann wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt.

Voriger Artikel
Blitz schlägt in Krankenauto bei Dramfeld ein
Nächster Artikel
Viele Aktionen im Ruz-Reinhausen
Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Northeim. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war die Selbstanzeige jedoch für die Jahre 2004 bis 2006 unwirksam. Insgesamt habe er in diesem Zeitraum etwa 50 000 Euro an Steuern hinterzogen. Die Staatsanwaltschaft beantragte deshalb einen Strafbefehl von 180 Tagessätzen zu 5000 Euro (insgesamt 900 000 Euro).

Da der Unternehmer dagegen Einspruch einlegte, beschäftigte sich nun das Amtsgericht Göttingen mit dem Fall. Dort einigte man sich auf einen Deal: Der Angeklagte zahlt eine Geldauflage in Höhe von 750 000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen und die Staatskasse, im Gegenzug wird das Verfahren eingestellt.

Der Richter sagte, dass er die Höhe des Strafbefehls nicht für unangemessen halte. Die Geldstrafe liege zwar deutlich über dem hinterzogenen Steuerbetrag. Dies hänge damit zusammen, dass sich generell bei Geldstrafen die Höhe des verhängten Tagessatzes nach dem Nettoeinkommen richte.

Da der Angeklagte ein sehr hohes Einkommen habe, gebe es kaum Spielraum für eine geringere Sanktion. Der Richter verwies ferner darauf, dass der hinterzogene Betrag von 50 000 Euro für den Unternehmer kaum ins Gewicht falle. So viel verdiene dieser an einem oder einem halben Tag netto. Der Angeklagte hatte unter anderem geltend gemacht, dass er das Auslandskonto vergessen habe. Nach Ansicht des Richters hätte er als erfahrener Geschäftsmann jedoch wissen müssen, dass er die im Ausland erzielten Kapitaleinkünfte in seinen Steuererklärungen hätte angeben müssen.

Laut Anklage hatte er dem Finanzamt Einkünfte aus den Jahren 2004 bis 2006 in einer Höhe von knapp 120 000 Euro verschwiegen. Im Fall dieser unrichtigen Steuererklärungen kam seine Selbstanzeige zu spät. Weil bereits eine Betriebsprüfung begonnen hatte, habe die Selbstanzeige für diesen Zeitraum keine strafbefreiende Wirkung mehr gehabt, sagte ein Justizsprecher. Dass der Unternehmer trotzdem straffrei bleibt, ist das Ergebnis eines Rechtsgespräches, das auf Anregung der Verteidigung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Dadurch, dass das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt wird, gilt der Unternehmer als nicht vorbestraft.

Von Heidi Niemann

Dieser Artikel wurde aktualisiert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Weihnachtsdeko in Göttingen und Umgebung