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Plädoyer gegen den Krieg

Theater im OP: „Lysistrata“ als Musical Plädoyer gegen den Krieg

Was tun, wenn die Männer sich in einen sinnlosen jahrelangen Krieg verstricken? Die Frauen um Lysistrata treten in einen Sexstreik und besetzen die Akropolis, um die Männer zum Beenden des Krieges zu zwingen. Die Komödie von Aristophanes hatte am Freitag in einer Musicaladaption Premiere im Theater im OP.

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Quelle: r

Göttingen. „Lysistrata“ gehört zu den bekanntesten Komödien des griechischen Dichters Aristophanes. Das nach wie vor hochaktuelle pazifistische Stück thematisiert den Kampf der Frauen gegen die Männer als Verursacher von Krieg und Leiden durch Liebesentzug.

Zwölf von unten beleuchtete, den Innenraum säumende, antike Säulen bilden das schlichte, aber beeindruckende Bühnenbild. An ihnen lehnen jeweils Leitern, die zu einer kleinen oben aufgesetzten Plattform führen.

Nebel zieht durch den Raum, wenn die weißgewandeten Protagonisten die Bühne stürmen. Sie verharren wie eingefroren, bis die achtköpfige Band unter der musikalischen Leitung von Lukas Liebich rockige Rhythmen anstimmt. Der Anführer der Athener rappt sich in die Handlung, ruft zum Kampf auf und betreibt Stagediving von einer der Leitern. Regisseur Johannes Bonde hat die antike Handlung in Form einer Musicaladaption in die Jetztzeit übertragen.

Zu Stroboskopblitzen, anschwellender Musik und lauten Schreien beginnen die simulierten Kampfhandlungen. Die Frauen der jeweils sechs Paare schauen erst gebannt und dann eher besorgt zu, bis es zum plötzlichen Tod eines Kindes kommt.

Zu den klagenden Lauten einer Klarinette windet sich die Mutter am Boden. „Dies ist die Zeit das Leid nicht mehr zu tragen...“ Ihr Trauergesang rüttelt die anderen Frauen auf. Bereit zum Widerstand, erklimmen sie symbolisch die Säulen und weisen die zurückkehrenden Männer ab. Liebes- und Lebenserinnerungen erklingen im Zwiegesang.

Zu harten Basstönen und Aufrufen versucht der unbelehrbare Anführer (Felix Lentge) seine Mitstreiter zurück in den Kampf zu führen. Die Stimmung kippt jedoch bei den Männern wie den Frauen. Ein Mann betritt allein die Bühne. Während die anderen Frauen sich verführerisch auf den Säulen räkeln, kommt es zu einem erotischen Pas de deux von Lena Aust und Matti Johannes Feldmann. Das mit Überraschungen aufwartende Finale nimmt seinen Lauf.

Die überzeugende Ensemblearbeit wurde von eine begeisternden Band begleitet, die sowohl die Musik, wie auch die deutschen Liedtexte erarbeitet hat. Schade nur, das letztere akustisch teils schwer oder gar nicht zu verstehen waren. Dies tat dem euphorischen Applaus zur Premiere jedoch keinen Abbruch.

Von Jörg Linnhoff

Weitere Aufführungen beginnen am 13., 14., 16., 17., 19., 20.., 22., 23., 24., 27., 29. und 30. Juni um 20.15 Uhr im ThOP, Käthe-Hamburger-Weg 3, in Göttingen. Karten können unter www.thop.uni-goettingen.de gebucht werden.

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