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Thema des Tages: Das Technische Hilfswerk (THW)

Viel Licht und wenig Schatten Thema des Tages: Das Technische Hilfswerk (THW)

Sie sind da, wenn es nachts kracht. Sie helfen Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Während die Anderen am Wochenende auf dem Sofa sitzen, kümmern sie sich in ihrer Freizeit um die, die im Auto eingeklemmt sind, deren Keller unter Wasser stehen, die neu in Deutschland sind, und die, die einfach im Alltag ein bisschen Unterstützung brauchen. In einer siebenteiligem Serie stellen wir Menschen vor, die sich ehrenamtlich in einer Hilfsorganisation engagieren. Heute Teil 1: Fabian Mai vom Technischen Hilfswerk in Göttingen.

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T wie Technik: Fabian Mai ist mit Herz und Seele  Helfer, seine Vorliebe für alles Technische führte ihn zum Göttinger THW.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das T in THW steht für Technik. Das Interesse daran war eines der Motive, das Fabian Mai als Jugendlichen dorthin gezogen hat. „Ich habe mich schon immer für technisches Gerät begeistert“, sagt der heute 24-Jährige. Schon sein Vater habe viel mit Holz und Metall gewerkelt. Was bereits das Kind begeisterte, ließ auch in der Jugend nicht nach. Im Alter von zwölf Jahren schaut Mai zum ersten Mal beim THW in Göttingen vorbei. „Mein großer Bruder war bereits dort und auch ein guter Freund“. So fing in der Jugendgruppe an, was bis heute mehr als ein Hobby für jungen Mann ist.

„Als Kind habe ich einmal dabei zugesehen, wie die Leute vom THW bei einem Leinehochwasser geholfen haben, das hat meine Neugier geweckt“, sagt der Elektromeister. Damals wusste er noch nicht, dass das Jahrhundert-Hochwasser an der Elbe im August 2002 einer seiner bemerkenswertesten Einsätze werden sollte. Eine Woche lang war der junge Helfer damals mit dem THW aus Göttingen und Bad Lauterberg im Osten der Republik unterwegs.

„Wir sind von Ort zu Ort gefahren und  haben dort geholfen, wo wir gebraucht wurden“, sagt Mai. Das THW war mit der so genannten Wasser- und Pumpengruppe im Elbegebiet unterwegs. „Die Dankbarkeit der Menschen dort war beeindruckend, sie waren vom Hochwasser betroffen und brachten uns sogar noch Schnittchen“, erinnert sich Mai.

Steckbrief: Technisches Hilfswerk

• Organisation: Das technische Hilfswerk (THW) ist eine Bundesorganisation,  es wurde am 22. August 1950 gegründet.
• Ziel und Zweck: Die Schaffung von Strukturen für den zivilen Bevölkerungsschutz.Das THW ist seitdem weltweit als humanitärer Botschafter Deutschlands weltweit tätig. Der Leitgedanke ist es, sich  ehrenamtlich für den Schutz der Bevölkerung und notleidende  Menschen zu engagieren.
• Standorte: Bundesweit gibt es 668 Ortsverbände des THW, die von 66 Geschäftsstellen betreut werden. In den Ortsverbänden sind die ehrenamtlichen Helfer organisiert. Die Geschäftsstellen sind der Arbeitsplatz der hauptamtlichen Mitarbeiter. Im Landkreis Göttingen (bis Ende 2015) gibt es die Ortsverbände Hann.Münden, Göttingen und Gieboldehausen. Die Ortsverbände Osterode und Bad Lauterberg gehören zum Landkreis Osterode (bis 2015). Für den Landkreis Northeim sind es die Ortsverbände Northeim und Einbeck.

• Wichtige Einsätze:  Das THW war im Jahr 2015 vor allem  im Bereich Flüchtlingshilfe unterwegs. Die Helfer haben zudem für nach einem Pumpenausfall vier Tage lange die Trinkwasserversorgung in den Orten der Gemeinde Friedland sicher gestellt. Ein Großeinsatz war Ende 2014 auch der Gefahrgutunfall auf der Autobahn 7, bei dem Rattengift in Brand geriet und die Autobahn mehrere Tage lang gesperrt werden musste.

Eigentlich gehört Mai aber nicht zur Wassergruppe, sondern zur Bergungsgruppe zwei.  „Schon in der Jugendgruppe hat mich der Beleuchtungsaufbau besonders fasziniert“, sagt der der Elektriker. „Man steckt einen Stecker rein, und dann wir es richtig – also richtig – hell“, sagt er lachend. Diese Faszination  hat er zum Beruf gemacht.  Mit 17 beginnt er seine Lehre, mit 23 ist er bereits Elektriker-Meister. „Handwerker werden im THW immer dringend gebraucht“, sagt Mai.

Seine Bergungsgruppe sei „universell einsetzbar. „Wir unterstützen die anderen Fachgruppen, wie sind wie ein großer Werkzeugkasten“. Bis er allerdings fit für jeden Einsatz war, musste der junge Mai erst einmal ein halbes Jahr in die THW-Ausbildung. Ab 18 Jahren dürfen sich die so ausgebildeten dann „Helfer“ nennen. Als Jugendlicher hatte er bereits gelernt, wie man beispielsweise Verletzte trägt, Knoten sticht, Werkzeuge benutzt oder Erste Hilfe  leistet. Dem „Helfer“ folgten Zusatzausbildungen, Mai ist unter anderem auch Jugendleiter, Truppführer und Maschinist.

Ein Einsatz hat sich für immer tief in sein Gedächtnis gegraben: Bei der Bombenentschärfung im Jahr 2010 auf dem Göttinger Schützenplatz sorgte das THW für Licht. Vor der Entschärfung explodierte ein Zehn-Zentner-Blindgänger und riss drei Männer des Räumkommandos in den Tot. „Ich wollt’ dort nicht hingucken, aber der Mensch tut es trotzdem“, sagt Mai. Mit Hilfe eines Seelsorger konnte er die Eindrücke verarbeiten.

Nicht immer sind die Einsätze ein Vergnügen, manchmal schon. Mai nennt als erstes die jüngsten Einsätze für Flüchtlinge in Göttingen. Die Sporthalle auf den Zietenterrassen ruck-zuck mit Elektrik versorgen, eine Treppe hinauf zur Funsporthalle bauen, das sei „immer positiv gewesen, sagt er. Ob beim Tag der Niedersachsen in Duderstadt oder regelmäßig bei der Tour d`energie: das THW hilft. Und Mai ist gerne dabei.

Mitmachen? So geht es

• So werde ich Mitglied beim THW:
Kinder können dort bereits im Alter ab sechs Jahren in der Minigruppe (bis neun Jahre) und anschließend in der Jugendgruppe (zehn bis 17 Jahre) mitmachen.
Spiel und Spaß rund um die Technik stehen dort im Mittelpunkt. Anschließend können Helfer eine Grundausbildung absolvieren. Danach ist die aktive Mitarbeit in einer der verschiedenen Fachgruppen möglich.
Wer daran Interesse hat, kann sich in dem für seinen Wohnort zuständigen Ortsverband informieren.

• Um beim THW aktiv mitmachen zu können bedarf es keiner speziellen Voraussetzungen. Pressesprecher Axel Rentschka nennt aber  Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft und  Engagement als gute Voraussetzung. Ein Erste-Hilfe Lehrgang (16 Stunden) und eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung  muss für den Einsatzdienst vorliegen. Nach der Grundausbildung können sich die Helfer spezialisieren.

• Adressen im Landkreis Göttingen:
Ortsverband Göttingen, Telefon 0551 / 65077,  Industrieststraße 12. mitmachen@thw-goettingen.de, thw-goettingen.de
Ortsverband Hann.Münden: Veckerhäger Straße 106, Telefon:05541 71398, thw-muenden.de
Orstverband Gieboldehausen, Stockenbreite, Telefon:05528 982234, ov-gieboldehausen.ov-cms.thw.de

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