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Thema des Tages: Politiker in sozialen Netzwerken

Facebook, Twitter, Youtube Thema des Tages: Politiker in sozialen Netzwerken

An sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter kommt heute kaum jemand vorbei. Auch für Politiker, die ihre potenziellen Wähler erreichen wollen, spielen die Netzwerke eine große Rolle.

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In sozialen Netzwerken aktiv: Oben von links: Gabriele Andretta, Fritz Güntzler, Christian Grascha, Uwe Schwarz, Roy Kühne. Unten von links: Ronald Schminke, Thomas Oppermann, Wilhelm Priesmeier und Jürgen Trittin.

Quelle: EF/Archiv/Montage: GT

Göttingen. An Facebook kommt fast niemand vorbei. Auch die Landtags- und Bundestagsabgeordneten in den Kreisen Göttingen, Northeim und Osterode sind ohne Ausnahme mit eigenen Profilen oder Fan-Seiten bei dem Platzhirsch der sozialen Netzwerke vertreten. Allein die Facebook-Seite von Jürgen Trittin, grüner Bundestagsabgeordneter aus Göttingen, hat mehr als 17000 Fans. Da ist bei dem Sozialdemokrat Uwe Schwarz, Landtagsabgeordneter aus Einbeck, mit 117 Fans noch viel Luft nach oben.

Die Abgeordneten aus der Region liegen damit im Trend. Nach einer Analyse des Hamburger Wahlbeobachters Martin Fuchs (hamburger-wahlbeobachter.de) haben aktuell 583 der 631 Bundestagsabgeordneten (92,4 Prozent, plus 1,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2013) ein Facebookprofil. 357 (56,6 Prozent, minus 5,8 Prozentpunkte im Vergleich zu 2013) nutzen ein persönliches Profil, 445 (70,5 Prozent, plus 6,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2013) haben eine Fanseite eingerichtet.

98,4 Prozent der SPD-Bundestagsabgeordneten haben  ein Facebookprofil, gefolgt von der Linksfraktion, hier sind 96,8 Prozent der Abgeordneten auf Facebook vertreten. Dicht dahinter liegen die Grünen mit 95,2 Prozent. Bei der CDU/CSU-Fraktion haben 92,3 Prozent der Politiker ein Facebookprofil.

Ganz anders verhält es sich mit der Nutzung des Nachrichtendienstes Twitter in Abgeordnetenkreisen. Von den Landtagsabgeordneten in der Region wird dieses Netzwerk nur von Umweltminister @StefWenzel (Stefan Wenzel) genutzt. Die Bundestagsabgeordneten hingegen nutzen Twitter, mit Ausnahme des Göttinger CDU-Abgeordneten Fritz Güntzler, regelmäßig.

Twitter-Aktivitäten der Parlamentarier

Nach einer Analyse des Hamburger Wahlbeobachters aus dem Herbst 2013 nutzt rund die Hälfte der Bundestagsabgeordneten den Microbloggingdienst. Auf der Seite bundestwitter.de hat der Berliner Thomas Puppe im Rahmen einer Masterarbeit die Twitter-Aktivitäten der Parlamentarier zusammengestellt.

Per Klick lassen sich hier etwa die Politiker nach der Zahl ihrer Follower (CDU-Mann Peter Altmeier führt diese Liste mit 69219 Followern an.) oder nach Tweets pro Tag (SPD-Abgeordneter Johannes Kahrs bringt es auf 14,9 pro Tag) sortieren.

Auch die per Hashtag am häufigsten getwitterten Themen lassen sich hier ablesen (Im Januar 2015: #Pegida (617×), #nopegida (488×), #CharlieHebdo (466×), #jesuischarlie (394×), #TTIP (259×), #Griechenland (195×), #Bundestag (190×), #CDU (175×), #Berlin (162×) und #nolegida (156×)).

Andere soziale Netzwerke spielen für die Abgeordneten der Region keine große Rolle. Roy Kühne, Northeimer CDU-Bundestagsabgeordneter, gibt an, das Videoportal Youtube und den Fotodienst Flickr zu nutzen. Sein Kollege Wilhelm Priesmeier ist ebenfalls bei Youtube und hat ein Google+-Profil.

Gabriele Andretta, SPD-Landtagsabgeordnete, Wahlkreis 17 (Göttingen)
Soziale Medien: Ich nutze Facebook sowohl als Abgeordnete für Mitteilungen und Kommentare zu aktuellen Ereignissen als auch privat, allerdings dann in geschlossenen Gruppen. Für die Kommunikation mit meiner Familie und Freunden bevorzuge ich WhatsApp.   
Seit wann: Facebook benutze ich schon seit vielen Jahren.
Wer postet: Ich poste grundsätzlich selbst. 

Fritz Güntzler, CDU-Bundestagsabgeordneter, Wahlkreis 053 (Göttingen)
Soziale Medien:  Ich habe ein privates Profil und eine Fanpage bei Facebook.   
Seit wann: Seit 2012.
Wer postet: Mein privates Profil nutze ich ausschließlich selbst. Zu meiner Fanpage haben auch meine Mitarbeiter Zugang,  um aktuell Pressemitteilungen oder Bilder von Veranstaltungen zu posten, auf denen ich gerade bin.     
Wird genutzt für: Ich informiere über meine politische Tätigkeit. Poste Pressemitteilungen, Schnappschüsse von (parlamentarischen) Veranstaltungen und teile für mich interessante oder relevante Inhalte.  
Nutzen: Ich bin viel unterwegs und kann so einfach und schnell mit vielen Menschen Kontakt halten. Wenn ich z.B. in Berlin bin, bietet Facebook mir die Möglichkeit, direkt über meine Arbeit zu berichten. Gerade bei solchen Posts von unterwegs bekomme ich viel Resonanz aus dem Wahlkreis. Natürlich nutze ich Facebook auch, um über meine Arbeit im Wahlkreis zu berichten.

Christian Grascha, FDP-Landtagsabgeordneter, Wahlkreis 19 (Einbeck)
Soziale Medien: Facebook
Seit wann: Seit circa 2009
Wer postet: Ich selbst.
Nutzen: Spannend finde ich es, wenn es zu einem Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern kommt. Auf diesem Weg habe ich sogar schon Anregungen für Gesetzesvorhaben bekommen. Ansonsten nutze ich Facebook, um meine politische Haltung deutlich zu machen und über meine Aktivitäten zu informieren.
Uwe Schwarz, SPD-Landtagsabgeordneter, Wahlkreis 19 (Einbeck)
Soziale Medien: Facebook
Seit wann: 3. September 2012
Wer postet: Überwiegend posten meine Büromitarbeiter.
Wird genutzt für: Verbreitung von Informationen über meine politische Arbeit.
Nutzen: Kurzfristige Reaktion auf Ereignisse und der Kontakt zu den Nutzern. Dennoch ist Facebook für meine politische Arbeit nur ein Begleitmedium. Mir ist nach wie vor ein direkter Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern wichtiger. Auch Termine vor Ort in meinem Wahlkreis sowie in ganz Niedersachsen sind ein wichtige Grundlage für meine Arbeit im Niedersächsischen Landtag in Hannover.
Roy Kühne, CDU-Bundestagsabgeordneter, Wahlkreis 052 (Goslar, Northeim, Osterode)
Soziale Medien: Facebook, Twitter ( @Dr_Roy_Kuehne), Youtube oder Flickr.
Seit wann: Seit 2012.
Wer postet: 90 Prozent der Beiträge poste ich selbst.
Wird genutzt für / Nutzen: Durch diese Medien kann ich Bürgerinnen und Bürgern, Kolleginnen und Kollegen sowie Freunden und Familie über meine laufenden Tätigkeiten und Initiativen im Wahlkreis und in Berlin berichten. Wichtig ist mir dabei, dass sich viele Personen an den politischen Diskussionen beteiligen und ich mir so eine bessere Meinung für meine Arbeit bilden kann.

Ronald Schminke, SPD-Landtagsabgeordneter, Wahlkreis 16 (Göttingen, Münden)
Soziale Medien: Ich bin bei Facebook seit 2007 unterwegs. Trotzdem poste ich extrem selten, manchmal wochenlang gar nicht. Ich habe echt auch keine Zeit dafür, anderen Menschen mitzuteilen, welche spannenden Termine ich wann habe oder zu welcher Veranstaltung ich gehe. Wenn überhaupt, poste ich mal freundliche Worte an Leute, die ich unterstützen möchte.
Wer postet? Ich poste nur noch selbst.

Thomas Oppermann, SPD-Bundestagsabgeordneter, Wahlkreis 053 (Göttingen)
Soziale Medien: Ich nutze Facebook und Twitter ( @ThomasOppermann), bin aber selbstverständlich auch per Mail und telefonisch über meine Büros in Göttingen und Berlin erreichbar.
Seit wann: Bei Twitter seit Juli 2012 und bei Facebook seit Mai 2013.
Wer postet: Ich twittere selbst, die Facebook-Seite wird von meinen Mitarbeitern gepflegt.
Wird genutzt für: Über meine Facebook-Seite können andere Nutzer sich ausführlich sowohl über meine Tätigkeiten als Abgeordneter informieren als auch über meine politischen Ziele und Standpunkte. Twitter nutze ich ergänzend dazu, um bestimmte Ereignisse oder Erlebnisse kurz und prägnant zu kommentieren.
Nutzen: Sie sind eine Ergänzung meiner Homepage, weil sie dialogisch angelegt sind. Außerdem bekomme ich einen guten Eindruck von bestimmten Stimmungslagen oder Meinungen in der Netzgemeinde. Man darf aber nicht vergessen, dass das immer nur ein kleiner Ausschnitt der Gesellschaft ist. Und sie ersetzen niemals das persönliche Gespräch.

Wilhelm Priesmeier, SPD-Bundestagabgeordneter, Wahlkreis 052 (Goslar, Northeim, Osterode)
Soziale Medien: Facebook, Twitter ( @Dr_W_Priesmeier), Google+, Youtube
Seit wann: Seit 2013 bei Facebook und Twitter. Youtube seit 2012.
Wer postet: Jeder Beitrag wird von mir autorisiert. GemeinsammitmeinemTeamposte ich Inhalte, denn alle Kanäle kann ich nicht gleichzeitig bedienen. Die Youtube-Beiträge/-Videos lasse ich hochladen.
Wird genutzt für: Facebook, Google+ und Twitter nutze ich, um über meine Arbeit zu informieren, um meine politischen Positionen zu verdeutlichen und – wie andere Menschen auch – meine sozialen Kontakte zu pflegen. Auf Youtube können Interessierte meine Reden im Bundestag sowie weitere Videos – etwa Besuch des ZDF-Morgenmagazins meiner Berlinbesucher aus dem Wahlkreis – sehen.
Nutzen: Ich sehe die sozialen Medien vor allem als Angebot für die Wählerinnen und Wähler, um sich aus erster Hand über meine Arbeit zu informieren. Es freuen mich die häufig sehr kurzen Reflexionen der Nutzer zu bestimmten Themen. Die Nutzer sollten aber wissen, dass die Kommunikation und Meinungsäußerungen in sozialen Medien die intensive politische Diskussion von Mensch zu Mensch nicht ersetzen kann. Dafür sind viele Themen zu vielschichtig und politische Entscheidungen haben oft sehr große Auswirkungen auf den Alltag der Menschen.

Jürgen Trittin, Grüne-Bundestagsabgeordneter, Wahlkreis 053 (Göttingen)
Soziale Medien: Facebook und Twitter ( @JTrittin).
Seit wann: Seit dem Wahlkampf 2009 bei Facebook, seit Februar 2012 auch bei Twitter.
Wer postet: Jürgen Trittin twittert sehr aktiv und das allermeiste selbst und hat einen großen Followerkreis (42150). Beiträge von Mitarbeitern werden mit “TT“ (Team Trittin) gekennzeichnet. Bei Facebook werden die Beiträge hauptsächlich von den Mitarbeitern erstellt.
Wird genutzt für: Bei Facebook informieren wir zeitnah über die politische Arbeit von Jürgen Trittin, kündigen aktuelle Veranstaltungen an und veröffentlichen Beiträge von Jürgen Trittin selbst. Außerdem gibt es immer einen Bericht über die aktuelle Sitzungswoche. Auf Twitter kommentiert Jürgen Trittin aktuelle Themen, auch mal jenseits der Politik. Der Vorteil ist, dass es ein sehr schnelles und weniger formelles Medium ist.
Nutzen: Über Facebook und Twitter kann man sehr schnell viele Menschen erreichen, die an der Arbeit von Jürgen Trittin interessiert sind. Oder auch über Themen diskutiert werden, über die in anderen Medien nicht berichtet wird. Der größte Vorteil ist aber, dass man mit Menschen direkt über Politik ins Gespräch kommen kann.

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