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Tiertransport: Schweine 24 Stunden ohne Wasser

Verstoß gegen Tierschutzgesetz Tiertransport: Schweine 24 Stunden ohne Wasser

Wegen eines Achsbruchs ist ein Viehtransporter auf der Fahrt von Holland nach Ungarn mit 200 Schweinen an Bord liegengeblieben. Die Tiere litten unter akutem Wassermangel, weil die Trinkanlage im Auflieger defekt war.

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Tierdrama bei Göttingen: Ein Viehtransporter mit 200 Schweinen steht am Donnerstag seit 24 Stunden bei Dramfeld, ohne dass die Schweine mit Wasser versorgt wurden.

Quelle: Hinzmann

Dramfeld. Bereits am Mittwochnachmittag, 29. August, hatte der Fahrer bemerkt, dass mit seinem Lastzug etwas nicht stimmte. Bei Dramfeld fuhr er von der Autobahn ab. Mit Bordmitteln war der Schaden nicht zu beheben. Der Fahrer forderte einen Ersatzlastzug aus Ungarn an. Die Trinkanlage im Auflieger lieferte den durstigen Schweinen kein Wasser. Außerdem standen die Tiere in ihrem Urin und Kot, die aus dem Lastzug auf die Straße liefen.

Autofahrer macht die Polizei aufmerksam

Am Mittwochmorgen machte ein Autofahrer die Polizei auf den liegengebliebenen Transporter aufmerksam. Umgehend rückte die Rosdorfer Feuerwehr an, um den Tank der Trinkanlage aufzufüllen. Außerdem spritzten die Feuerwehrleute zur Abkühlung der Schweine Wasser in den Transporter. Als das Göttinger Kreisveterinäramt eintraf, konnte der Beamte feststellen, dass es den Tieren zwar einigermaßen gut ging, die Trinkanlage aber immer noch nicht funktionierte und die Tiere damit seit 24 Stunden weder mit Wasser noch mit Nahrung versorgt worden waren.

Beschwerden beim Arbeitgeber

Die Verständigung mit dem 54-jährigen Fahrer und dem 50-jährigen Beifahrer des Schweinetransporters gestaltete sich schwierig, weil beide kein Deutsch und nur ein paar Brocken Englisch sprechen. Klar wurde jedoch, dass sich der Fahrer bei seinem Arbeitgeber schon früher über den technischen Zustand des Fahrzeugs beschwert hatte.

Am Vormittag war der Ersatzlastzug immer noch nicht eingetroffen. Polizei und Kreisveterinäramt setzen eine Frist bis zum frühen Mittag, andernfalls würde ein örtliches Unternehmen beauftragt. Minutengenau zum Ablauf der Frist erschien der ungarische Sattelzug. Mittels mobiler Brücken wurden die Schweine auf offener Straße umgeladen – ein Vorgang, der Stunden dauerte. Weil ein Weitertransport der Tiere nach Ungarn nach der langen Fahrt- und Durststrecke nicht mehr zulässig gewesen wäre, musste der Lastzug ein Ziel in Thüringen ansteuern.

Wegen tierschutzrechtlicher Verstöße kassierte die Polizei von Fahrer und Beifahrer des liegengebliebenen Lastzugs eine Sicherheitsleistung von 800 Euro.

24 Stunden lang waren 200 Schweine in einem Viehtransporter eingepfercht  - ohne Wasser. Der ungarische LKW war zwischen Dramfeld und Mariengarten (Landkreis Göttingen) liegen geblieben.

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hein

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