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Religiöse Lieder fürs Leben

Tischreden zum Reformationsjubiläum Religiöse Lieder fürs Leben

Welche religiösen Lieder begleiten einen durchs Leben? Und warum? Mit diesen Fragen haben die Tischreden der evangelisch-lutherischen Kirchenregion „5 Kino“ begonnen. Fünf Veranstaltungen an ungewöhnlichen Orten sind bis zum Reformationsjubiläum 2017 geplant.

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Singen und diskutieren bei Brot, Käse und Wein: Auftakt für die Tischreden in der Göttinger Kirchenregion „5 Kino“.

Quelle: AIB

Weende. Bis dahin sollen bei vier weiteren Tischreden die Aspekte „Lesen“, „Glauben“, „Denken“ und „Reden“ in den Blick genommen werden – unter anderem in Gaststätten und einem Dorfladen. Es gehe darum, über den Glauben ins Gespräch zu kommen und zu bedenken, was zu einem mündigen Christen gehört, so Pastorin Elke Reichardt von der Christophorusgemeinde, einer der fünf Gemeinden im Nordosten Göttingens, die zu der Kirchenregion gehören.

Zum Auftakt ging es um das Thema „Singen“. Die Tische mit Brot, Käse und Wein waren im Kuppelsaal des Christophorushauses aufgebaut, einer diakonischen Einrichtung, in der Behinderte betreut werden. Martin Luther sei sehr daran gelegen gewesen, dass die Menschen verstehen, was sie singen, erklärte Reichardt. Das deutschsprachige Kirchenlied sei mit der Reformation in die Kirchen gekommen, wo bis dahin nur auf Latein gesungen worden sei.

Luther selbst dichtete viele Kirchenlieder – „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ oder „Ein feste Burg“ zählen dazu. Dem Reformator sei es auch wichtig gewesen, dass Kinder Glaubenslieder kennen, erklärte Reichardt. Die könnten   auswendig gelernt werden, ohne dass man lesen könne. Lieder sprächen Herz und Verstand an, meinte die Pastorin, sie blieben in der Seele haften, würden Bestandteil des Lebens.
Als wichtigster evangelischer Lieddichter gilt Paul Gerhardt. Eines seiner bekanntesten Lieder ist „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Das Lied, das trotz der Schrecken des Dreißigjährigen Krieges die blühende Natur im Sommer feiert, war das erste, das von den Gästen am Tisch als Lieblingslied genannt wurde.

Die nächste Nennung bildete den direkten Kontrast – es ging um ein Beerdigungslied, das an die Kindheit im Dorf erinnerte, als die Toten noch zu Hause aufgebahrt und dort abgeholt wurden. Andere nannten ein Abendlied, das sie schon im Mutterleib vorgesungen bekommen haben, oder ein moderneres geistliches Lied wie „Danke für diesen guten Morgen“. Die unglaubliche Weite an Themen und Melodien, die es im evangelischen Gesangbuch gibt, spiegelte sich so auch in den Aussagen wider. Dazu kam am Ende der Gedanke: Vielleicht gibt es nicht das eine religiöse Lieblingslied im Leben, sondern vielleicht gibt es für jeden Lebensabschnitt eins.

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