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Toilettenwagen auf Göttinger Weihnachtsmarkt sorgt für Unmut

Standort umstritten Toilettenwagen auf Göttinger Weihnachtsmarkt sorgt für Unmut

Eine von vielen gewünschte Verbesserung für den Weihnachtsmarkt haben sich die Stadtverwaltung und der Weihnachtsmarktverein umgesetzt: Ein Toilettenwagen steht in diesem Jahr am östlichen Ende der Paulinerstraße. Doch nicht alle Bürger finden das gut.

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„Keine städtebauliche Bereicherung“ ist der neue Toilettenwagen im Fachwerk-Idyll Paulinerstraße, räumt auch die Stadt ein.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Toilettenwagen ist behindertengerecht ausgerüstet. Das, so Stadt-Sprecher Detlef Johannson, habe ein Dauerproblem des Göttinger Weihnachtsmarktes - ein zusätzliches, behindertengerechtes, öffentlichen Toilettenangebot im Marktbereich - lösen sollen.

Für die Aufstellung des Toilettenwagens gesorgt hat der Weihnachtsmarktverein, allerdings auf Betreiben der Stadtverwaltung. Vereinschef und Weihnachtsmarkt-Organisator Daniel Asmuß erklärt, bei einer Besucherzahl von mehr als einer halben Million Menschen während des Weihnachtsmarkts werde ein Toilettenangebot vor allem für behinderte Menschen dringend benötigt.

Das Angebot ruft allerdings nicht bei allen Göttingern Freude hervor. So beispielsweise nicht bei einigen Bewohnern der Paulinerstraße mit ihren schmuck restaurierten Fachwerkhäusern. Die Paulinerstraße, sagt Anwohnerin Gudrun Bockemühl, sei eine reine Wohnstraße - ohne Geschäfte, die vom Weihnachtsmarkt profitieren könnten.

Mit den oberen Fenstern des Toilettenwagens könnten Passanten in den Wagen blicken und den Männern beim Urinieren zusehen. Die Standortwahl für den Wagen sei „eine Zumutung“. Teil des Problems sei auch, dass die Stadt die öffentliche Toilette an der Bushaltestelle am Rathaus vernachlässige. Das Toilettenproblem stelle sich letztlich bei allen größeren öffentlichen Veranstaltungen am Markt.

„Nicht ganz störungsfrei“

Dass der Toilettenwagen „keine städtebauliche Bereicherung“ sei, räumt auch Stadt-Sprecher Johannson ein. Aber: „Wenn wir solche Märkte haben wollen, dann müssen wir vielleicht auch einmal temporär mit Lösungen leben, die weniger ansehnlich sind.“ Zum anderen sei der Toilettenwagen-Betrieb auch aus Sicht der Verwaltung „nicht ganz störungsfrei“ angelaufen.

Zwar habe sich der Verein wegen des Standorts zwar mit der St. Johannis-Gemeinde verständigt, nicht aber mit dem Studentenwerk, das das Haus verwaltet, vor dem der Toilettenwagen steht.

Ein Gespräch sei jetzt zwar nachgeholt worden, und der Wagen kann am jetzigen Ort stehenbleiben, aber:  Für 2015 muss aber ein neuer Standort her. Das, so Johannson weiter, sei „angesichts der Fülle von Ständen, der Enge des verfügbaren Raumes, der Notwendigkeit von Feuerwehrdurchfahrten und des Standortes von Straßenlaternen und wegen anderer Faktoren nicht ganz einfach.“

Die Stadt hoffe nun auf eine dauerhafte Lösung für die folgenden Jahre:  „Sonst ist der Toilettenservice 2015 schon wieder Vergangenheit.“

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