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Traditionslokal Junkernschänke geschlossen

Gastronomiebetrieb eingestellt Traditionslokal Junkernschänke geschlossen

Die Junkernschänke ist geschlossen: Das Traditionslokal an der Barfüßerstraße hat den Betrieb offensichtlich eingestellt.

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Ist seit Donnerstag, 2. September, geschlossen: Ein Gutachten hatte der Junkernschänke „permanente Liquiditätsprobleme“ bescheinigt.

Quelle: Hinzmann

Warum und wie lange, dazu wollte sich Attila Bardosi, der das Gebäude gemeinsam mit seinem Sohn Daniel gekauft hatte, gegenüber dem Tageblatt nicht äußern: „Tut mir leid, ich habe damit nichts zu tun“, lässt Bardosi senior wissen. Und: „Ich weiß von nichts.“ Sein Sohn war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sicher ist: Die Türen sind seit Donnerstag geschlossen. Unter aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern ist die Verwirrung zum Teil groß. Schnell haben sich Gerüchte um eine etwaige Insolvenz via Kurzmitteilungen verbreitet. Von den Mitarbeitern wollte sich jedoch niemand zu den Vorgängen im Traditionslokal äußern. Die Angst, sich Ärger einzuhandeln, ist groß.

Seit dem Verkauf der ehemals städtischen Immobilie im Jahr 2003 an die Bardosis gab es immer wieder Probleme mit dem sanierungsbedürftigen Gebäude und der Finanzierung des Projektes. Die fast 600 Jahre alte Junkernschänke ist eines der bedeutenden Fachwerkgebäude der Stadt, sie gilt als älteste Weinstube Deutschlands. Kaum eine Stadtführung, die nicht an der touristischen Attraktion Halt macht.

Nach fünf Jahren Umbauzeit und politischen Auseinandersetzungen um Baumängel, Grundbucheinträge und den Kaufpreis startete der Gastronomiebetrieb Ende 2008. Rund 4,2 Millionen Euro haben die Bardosis nach eigenen Angaben in die aufwendige Sanierung des Hauses gesteckt. Seit knapp zwei Jahren wurden die Gäste im Gourmet-Restaurant, Bistro, Vinothek sowie Cocktail- und Pianobar mit Lounge bewirtet. Insider sprechen allerdings seit längerem von einer wirtschaftlichen Schieflage der Junkernschänke GmbH. Die Betreiber selbst haben im vergangenen Jahr eine Münchener Unternehmensberatung mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung beauftragt.

In diesem dem Tageblatt vorliegenden Papier attestieren die Berater „dem jungen Unternehmen“ „permanente Liquiditätsprobleme“. In dem im März erstellten Gutachten wird kritisiert, dass „die Praxis der Gesellschaft, ihren finanziellen Verpflichtungen spät oder nur teilweise oder nur auf gerichtliche Veranlassung nachzukommen“, den Ruf erheblich geschädigt habe. Ein Unternehmen, in dem der Gerichtsvollzieher und der Zoll regelmäßig erschienen, das Mitarbeiter nur teilweise oder mit Verzögerung bezahle und auf Kosten von Lieferanten seine Existenz begründe, so das Gutachten, „ist über kurz oder lang dem Untergang geweiht“.

Allerdings räumen die Münchener der Junkernschänke auch Überlebenschancen ein. „Unsere Berechnungen zeigen, dass der Betrieb mit Erfolg saniert werden kann“.

Von Britta Bielefeld und Lukas Breitenbach

Professioneller Neustart

Wer nichts wird, wird Wirt? So leicht ist das nicht. Die Gastronomie in einer Studentenstadt ist ein schwieriges Geschäft. Das Projekt Junkernschänke ist offensichtlich vorerst gescheitert. Von Anfang an gab es Probleme. Jetzt sind die Türen des aufwendig sanierten Gebäudes geschlossen. Wie es weitergeht, steht in den Sternen. In jeder Krise steckt aber bekanntlich eine Chance. Die Junkernschänke ist ein herausragendes Gebäude mit einer langen Tradition. Sie hat einen professionellen Neustart verdient .Von Britta Bielefeld

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