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Trägerverein will Dorfgemeinschaftshaus in Münden übernehmen

Bonaforth Trägerverein will Dorfgemeinschaftshaus in Münden übernehmen

„Der Trägerverein ist gegründet. Wir können das Dorfgemeinschaftshaus Bonaforth sofort nach der Sanierung übernehmen“, sagt Ortsbürgermeister Roland Sittig (SPD). Der wegen Schimmelbefall gesperrte Gebäudekomplex dürfe nicht der Haushaltskonsolidierung geopfert werden.

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Blick von der Tillyschanze auf Hann. Münden.

Quelle: Hinzmann

Hann. Münden. 250.000 Euro würde eine einfache Sanierung kosten. „Das Geld reicht aus, um das dreiteilige Gebäude für kommenden Jahre auf Vordermann zu bringen“, meint der Ortsbürgermeister. Eine Komplettsanierung für 1,9 Millionen Euro, wie sie ein Planungsbüro für nötig erachtet, hält er für „überzogen“. Mit einem Bonaforther Fachmann für Wasserschäden will der Ortsbürgermeister die Ursache des Schimmelbefalls ermittelt haben.

 

„Die Stadt hat das Dach 2013 in Teilbereichen erneuern lassen“, berichtet Sittig. Dabei sei die nass gewordene Betondecke nicht ausreichend getrocknet worden. Während der Sommerpause 2014 habe sich dann in den darunter liegenden Räumen Schimmel gebildet.

 

Dass es Baufehler gegeben hat, schließt Rainer Cohrs vom städtischen Fachdienst Liegenschaften aus. Vielmehr dringe seit Jahren Feuchtigkeit von unten aus dem Boden und durch das Flachdach ins Gebäude. Schon lange habe es leichte Probleme mit Schimmel gegeben. Sie hätten dann aufgrund von Fehlern beim Heizen und Lüften Überhand genommen.

 

Sittig macht auf die starke Identifikation der Bonaforther mit ihrem Dorfgemeinschaftshaus aufmerksam. Bereits im Januar 2011 habe dort der örtliche Sportverein für einige Zeit Reinigung und Organisation übernommen hat. Der Verein gab die Aufgabe aber im Oktober 2013 wieder ab, nachdem das Finanzamt mit dem Entzug der Gemeinnützigkeit gedroht hat. „Die bewegten Gelder überschritten den Freibetrag von 17.500 Euro im Jahr“, ergänzt Cohrs.

 

Der Ortsrat initiierte daraufhin die Gründung eines Trägervereins, der im Oktober 2014 ins Vereinsregister eingetragen wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadtverwaltung das Gebäude aber bereits sperren lassen.

 

Der integrative Kindergarten musste daraufhin eine Notunterkunft beziehen. Der Sportverein kann die Turnhalle nicht mehr nutzen. Die Feuerwehr kann im Gerätehaus nur noch ihr Fahrzeug unterstellen. Die 25 aktiven Feuerwehrkameraden lagern ihre Ausrüstung seither zu Hause. „Ein unhaltbarer Zustand“, findet Sittig. Bonaforth sei auf die Wehr im Ort angewiesen, da Hilfe von außen das Dorf bei Hochwasser, Erdrutschen oder Stau auf der Autobahn nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zeiten erreiche.

 

Die Bonaforther wollen nun Druck auf die Politik machen. Am Sonnabend, 20. Juni, treffen sie sich um 10 Uhr vor dem Mündener Rathaus zu einer Demonstration.

Von Michael Caspar

Der Beitrag wurde aktualisiert.

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