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Träne im Augenwinkel

Michael Zalejski Träne im Augenwinkel

Vielen ist Michael Zalejski bekannt als Musiker des Improtheaters Comedy Company. „Die meisten meiner künstlerischen Auftritte hatte ich in Göttingen“, erzählte er bei seinem Auftritt im Deutschen Theater. Dort präsentierte er sein Soloprogramm: „Merci Udo - Die Hommage an Udo Jürgens“.

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Michael Zalejski: „Die meisten meiner künstlerischen Auftritte hatte ich in Göttingen.“

Göttingen. Gleich zu Beginn gab der Musiker die Richtung vor. Er kündigte einen Abend an, „der sehr emotional werden soll“. Und er ließ dem Publikum alle Freiheiten: „Machen Sie heute Abend, was Sie wollen.“ Das machte auch Zalejski, allerdings wohl im Sinne des großen Udo Jürgens. Vier Wochen vor seinem Tod habe der sich noch über das Programm gefreut und viel Glück damit gewünscht, teilte Zalejski mit.

Einen Mix aus den Jürgens-Hits und weniger bekannten Liedern hat Zalejski zusammengestellt, einige Stücke leicht modifiziert. „Griechischer Wein“ spiele er etwas langsamer als üblich, erläuterte er, denn so komme der Text dieses oft gegrölten Liedes besser zur Geltung. Mit dem sozialkritischen Stück „Ein ehrenwertes Haus“ eröffnete Zalejski den Abend. Er singt mit dem typischen Jürgens-Tremolo und kommt dessen Stimmfarbe sehr nah. Die Titelmelodie zu den Zeichentrickfilmen „Tom & Jerry“ spielt er nicht als Bruchstück, sondern komplett - „Sie haben vollen Eintritt bezahlt, also sollen sie auch das ganze Lied bekommen“, scherzte Zalejski. Bei „Humtata und Tätärä“, einem deutlichen Seitenhieb von Udo Jürgens auf die volkstümliche Musikszene, Zalejski nennt sie „die böse Stiefschwester der Volksmusik“, empfahl er: „Sie dürfen voll reinklatschen, ohne sich zu schämen. Das ist Klatschen aus satirischen Gründen.“

Doch nicht nur die komödiantische Seite des Jürgens-Oeuvres spiegelte Zalejski, er wurde auch emotional. Bei „Mein Baum“, Jürgens’ Ode an einen Vater, verschlug es ihm fast die Stimme, wie auch bei einem Lied über die Kindheit. Gerührt zeigten sich einige Besucher. Tränchen wurden stikum aus Augenwinkeln gewischt, und manchmal legte ein Mann den Arm um seine Begleiterin.

Mit einem großen Hit ließ Zalejski den Abend ausklingen und dichtete dabei eine Liedzeile leicht um: „Merci, Chérie, für die Lieder, Genie.“

In der Pause erzählte der mit großem Abstand jüngste Konzertbesucher, der siebenjährige Jeremia Kiefer, wie ihm der Abend bis dahin gefallen hatte: „ganz gut“. Lieder von Udo Jürgens habe er vorher schon gekannt, bestätigte er - „und Michi, das ist mein Onkel“, offenbarte er seine Verwandtschaft mit Zalejski.

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