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Transplantationsskandal: Göttinger Gutachter sieht Fehler

Chirurgen belastet Transplantationsskandal: Göttinger Gutachter sieht Fehler

Im Prozess um den Transplantationsskandal am Göttinger Universitätsklinikum hat am Mittwoch ein Gutachter den angeklagten Chirurgen belastet. Der frühere Leiter der Göttinger Transplantationschirurgie hatte im April 2011 einer 54-jährigen Frau aus Göttingen eine Spenderleber eingepflanzt.

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Transplantationsskandal: Göttinger Gutachter sieht Fehler.

Quelle: dpa

Göttingen. Knapp zwei Wochen später war die Patientin an Multiorganversagen gestorben.

Der Gutachter Professor Wolf Bechstein, Leiter der Klinik für Allgemein- und Gefäßchirurgie der Universität Frankfurt, wertete das damalige medizinische Vorgehen als Behandlungsfehler. Es habe keine Indikation für eine Lebertransplantation vorgelegen.

Der Fall der 54-jährigen Patientin ist einer von drei so genannten „Indikationsfällen“. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 47-Jährigen vor, drei Patienten eine Leber eingepflanzt zu haben, obwohl eine Transplantation medizinisch nicht angezeigt gewesen sei. Alle drei Patienten waren aufgrund von Komplikationen verstorben.

Die Staatsanwaltschaft hat ihn deshalb wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Die Kammer hatte vor einem Jahr in einer Zwischenbilanz durchblicken lassen, dass sie von den drei angeklagten Fällen nur den Fall der 54-jährigen Göttingerin als strafrechtlich relevant ansieht.

Die Staatsanwaltschaft hat den Chirurgen außerdem wegen versuchten Totschlages in elf Fällen angeklagt. Er soll veranlasst haben, dass Patienten fälschlicherweise gegenüber der Stiftung Eurotransplant als dialysepflichtig gemeldet wurden, um ihnen so schneller zu einer Spenderleber zu verhelfen.

Von Heidi Niemann

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